Mellingen
Seit über zwei Jahren blockiert: Nun keimt am Tägerigerweg wieder Hoffnung auf

Der Erschliessungsplan soll rund 40 blockierten Wohnungen den Weg ebnen.

Sabina Galbiati
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Damit die Bauvorhaben am Tägerigerweg realisiert werden können, soll die Fahrbahn auf Länge der roten Linie 4,5 Meter breit werden.Googlemaps

Damit die Bauvorhaben am Tägerigerweg realisiert werden können, soll die Fahrbahn auf Länge der roten Linie 4,5 Meter breit werden.Googlemaps

Der Tägerigerweg hat zumindest in Mellingen eine gewisse Berühmtheit erlangt – wenn auch im negativen Sinne. Weil er den Anforderungen als Zufahrtsstrasse nicht genügt, ist der geplante Erweiterungsneubau des Alterszentrums «Im Grüt» seit über zwei Jahren blockiert.

Nicht nur dem Alterszentrum ist der Weg regelrecht in die Quere gekommen, sondern auch den beiden Bauherrschaften, die eingangs des Tägerigerwegs bis zu 30 altersgerechte Wohnungen verteilt auf drei Häuser bauen wollen.

Nun könnte es mit den geplanten Vorhaben endlich einen Schritt weitergehen. Derzeit liegt ein Erschliessungsplan zum Ausbau des Tägerigerwegs auf der Gemeinde zur Mitwirkung auf. Die Fahrbahn soll von der Einfahrt der Lenzburgerstrasse bis und mit Zufahrt zum Alterszentrum auf 4,5 Meter verbreitert werden.

Damit würde er dem zusätzlichen Verkehr gerecht, den die geplanten Bauten verursachen. Die Verbreiterung soll gegen Norden hin erfolgen. Die betroffenen Landbesitzer nördlich des Tägerigerwegs bei den Grabengärten haben bereits zugestimmt, ihr Land wo nötig der Gemeinde abzutreten oder von ihr zu übernehmen, damit die Strasse auf dieser Seite verbreitert werden kann.

Ausarbeitung dauerte länger

Eigentlich hatte der Gemeinderat die Baubewilligung für den Erweiterungsbau des Alterszentrums mit 14 Wohnungen bereits im Juni 2014 erteilt. Doch der Regierungsrat hob diese rund ein Jahr später auf und hiess damit die Beschwerde von Thérèse Bächer-Hirt gut, die am besagten Weg Landbesitzerin ist.

Sie monierte, dass der Weg den Anforderungen an eine Zufahrtsstrasse nicht genügt. Der Regierungsrat stellte fest, dass der Weg selbst unter Berücksichtigung eines einen Meter breiten Strassenstreifens, der im Besitz von Bächer-Hirt ist, den minimalen Anforderungen an eine Zufahrtsstrasse nicht genüge.

Darauf hin liess der Gemeinderat den Erschliessungsplan ausarbeiten, um den Tägerigerweg anzupassen. Allerdings dauerte dies wegen personeller Wechsel in der Bauabteilung der Gemeinde wie auch beim Ingenieurbüro länger als geplant. «Zudem wurden mit dem Kanton noch vertieft Abklärungen gemacht, was ebenfalls Zeit brauchte», sagt Gemeindeammann Bruno Gretener.

Bis der Erschliessungsplan rechtskräftig ist, sind noch einige Hürden zu nehmen. Doch verläuft alles nach Zeitplan, könnte der Gemeinderat den Kredit zum Ausbau des Tägerigerwegs der Gemeindeversammlung bereits im November zur Genehmigung unterbreiten.

Dennoch: Gemeindeammann Gretener ist nur verhalten optimistisch. «Aus der Erfahrung wissen wir, wie schwierig solche Prozesse werden können. Man muss immer mit Widerstand rechnen.» Zudem seien noch einige Schritte notwendig bis zur Rechtskraft des Erschliessungsplans.

Seitens des Alterszentrum-Vereins zeigt sich Präsident Peter Fessler erfreut: «Es ist ein erster aber wichtiger Schritt, der mit der Mitwirkung nun eingeleitet wurde.» Sobald der Kredit für die Sanierung genehmigt sei, könne man das Baugesuch für den Erweiterungsneubau im Prinzip aus der Schublade ziehen und nochmals auflegen. Fessler geht davon aus, dass die Baubewilligung kein Problem sein wird. «Wünschenswert wäre, wenn wir im Frühling 2018 mit dem Bau starten können», sagt er.

30 Tage banges Warten

Ebenfalls optimistisch ist Paul Zürcher. Zusammen mit einem zweiten Bauherren will er die drei Häuser mit altersgerechten Wohnungen realisieren. Und er ist bereit, für die Verbreiterung des Tägerigerwegs der Gemeinde einen Landstreifen abzutreten. «Wir hoffen, dass es nun mit dem Erschliessungsplan vorwärtsgeht.»

Für die drei Häuser selber existiert längst ein Gestaltungsplan. Allerdings hatte Bächer-Hirt gegen diesen beim Kanton eine Beschwerde eingereicht. Vor wenigen Tagen hat der Kanton diese nun abgewiesen. Gleichzeitig hat der Regierungsrat den Gestaltungsplan genehmigt. «Das ist ein riesiger Schritt vorwärts», sagt Zürcher.

«Damit könnten wir nun ein Baugesuch ausarbeiten». Allerdings läuft für die Entscheide noch eine Beschwerdefrist von 30 Tagen. «Ganz aufatmen können wir also noch nicht», relativiert Zürcher und fügt mit einem Schmunzeln an: «Wir würden gerne mit dem Bau beginnen, bevor wir selber ins Pflegheim müssen.»

Auf Anfrage sagte Bächer-Hirt, sie wolle und könne sich derzeit noch nicht zum Entscheid des Kantons äussern.