Für eine rasante Fahrt mit dem Mountainbike quälte sich bisher manch einer die umliegenden Hügel hinauf oder fuhr mit dem Auto in die Alpen, wo einen die Seilbahnen hoch hinausbringen. Doch nun gibt es gleich am Dorfrand von Birmenstorf die Alternative: einen Pumptrack. Der kleine Mountainbike-Rundkurs besteht aus unzähligen Wellen, Sprüngen und einigen Steilwandkurven.

Obwohl der Himmel grau daherkommt, tummeln sich am Donnerstagnachmittag einige Jugendliche auf dem Pumptrack. Nacheinander fahren sie die kurze Strecke ab. Nach einigen Runden diskutieren sie über einzelne Sprünge: Wie sollen sie die Stellen optimal anfahren? Wo kann man sich noch verbessern? Welches Mountainbike ist wohl am geeignetsten? Einige von ihnen sind mit grossen Mountainbikes unterwegs, andere bevorzugen die kleinen und wendigen BMX-Bikes.

Selber geplant und gebaut

«Nachdem ich mit einem Kollegen in Frankreich einen solchen Track gesehen hatte, wollten wir ebenfalls einen solchen bauen», erklärt Florian Rauber. Der 16-Jährige gehört mit drei weiteren Jugendlichen zur Projektgruppe, die den Pumptrack erbaut hat. Die ursprüngliche Idee der Jugendlichen war eine Mountainbike-Strecke im Wald. «Doch für die kriegt man beim Kanton keine Bewilligung», erklärt Tobias Bockstaller, Leiter der Kinder- und Jugendanimation Birmenstorf.

Deshalb habe ihm die Jugendkommission den Auftrag für ein eigenes Projekt gegeben. «Die Jugendlichen haben sogleich begonnen, Pläne für einen Pumptrack zu erstellen.» Zusammen mit Alexandra Fischer, der zweiten soziokulturellen Animatorin in Birmenstorf, habe sich Bockstaller dann um den Kontakt mit den Behörden gekümmert. «Der ‹Grund› an der Mellingerstrasse verfügt schon über einen Fussballplatz und eine grosse Feuerstelle und ist daher perfekt für ein solches Projekt», erklärt er.

Das Projekt blieb jedoch in den Händen der Jugendlichen: Sie kümmerten sich um die Öffentlichkeitsarbeit und besuchten die Nachbarn, um sie für ihr Vorhaben zu gewinnen. Zudem stellten sie den Kontakt zur Zürcher Firma «Velosolutions» her, die sich auf den Bau solcher Strecken spezialisiert hat. «Zwei Männer von ‹Velosolutions› brachten das Wissen mit, die Jugendlichen halfen beim Bau kräftig mit.»

Die Kosten konnten auf diese Weise niedrig gehalten werden: Der Bau kostete 6000 Franken, wobei 2500 Franken vom Swisslos-Sportfonds Aargau beigesteuert wurden. «Den Rest bezahlen wir aus dem Budget der Kinder- und Jugendanimation», erklärt Fischer.

Seit der Eröffnung sind einige Wochen vergangen, der Pumptrack wird bisher gut genutzt: «Es sind täglich Leute auf dem Gelände unterwegs und sie reichen vom 6-jährigen Kind bis zu einigen Erwachsenen», erklärt Fischer. Auch die jugendlichen Erschaffer scheinen zufrieden: «Der Pumptrack ist besser als eine Strecke im Wald. Er bietet mehr Möglichkeiten und wir können nach der Schule schnell herkommen», erzählt Rauber. Der Bau sei anstrengend gewesen, aber mit Freunden mache ein solches Projekt richtig Spass.