Baden
Sensationsfunde im Bäderquartier: Schweizer Heimatschutz fordert sofortigen Baustopp beim Bund

Die neusten archäologische Entdeckungen im Badener Bäderquartier dürfen nicht beeinträchtigt werden, fordert der Schweizer Heimatschutz.

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Die Leitungsarbeiten beim Freibad haben vor kurzem begonnen.

Die Leitungsarbeiten beim Freibad haben vor kurzem begonnen.

Alex Spichale

Bei den Bauarbeiten im Bäderquartier in Baden sind in den vergangenen Wochen und Monaten Funde aus der Römerzeit zum Vorschein gekommen. Es sind nicht irgendwelche Funde. Der Schweizer Heimatschutz schreibt in einer Mitteilung vom Montag von "sensationellen historischen Funden".

Die Bauarbeiten gehen allerdings unvermindert weiter. Der Schweizer Heimatschutz fordert deshalb nun "mit sofortiger Wirkung den Abbruch und/oder jede Beeinträchtigung der archäologischen Entdeckungen von europäischem Rang zu verbieten und ein Fachgutachten in Auftrag zu geben".

Erst vor kurzem wurde das Badebecken des historischen "Freibads" entdeckt. Dabei kam offenbar auch ein Altar zum Vorschein, wie der Heimatschutz schreibt. Diese seien ähnlich gut erhalten wie das vor mehreren Wochen zutage getretene «Verenabad». Beides sind Thermalbäder, welche die Römer auf dem Kurplatz bauten und die rund 2000 Jahre lang, bis ins 19. Jahrhundert genutzt wurden.

Freigelegt wurden zuletzt auch bisher unbekannte und noch nicht genauer datierbare Konstruktionen in Verbindung mit dem «Heissen Stein», der Hauptquelle Badens. Auch diese befindet sich auf dem Kurplatz.

"Es ist offenbar nicht vorgesehen, diesen neuen Schatz aus der Römerzeit zu sichern. Im Gegenteil droht eine massive Beeinträchtigung des Fundes durch vorgesehene Leitungsbauten, die das Bad gleich mehrfach durchschneiden werden", schreibt der Heimatschutz. "Auch die Freilegung und vollständige Erforschung ist nicht gesichert – wie sie in Avenches (Aventicum), Kaiseraugst (Augusta raurica), Windisch (Vindonissa) oder vergleichbaren römischen Stätten selbstverständlich wäre."

Die Forderungen des Heimatschutzes im Wortlaut

Der Schweizer Heimatschutz hat deshalb, gestützt auf das Natur- und Heimatschutzgesetz, bei den zuständigen Bundesbehörden beantragt,

1. superprovisorisch und mit sofortiger Wirkung den Abbruch und/oder jede Beeinträchtigung des genannten Baudenkmals zu verbieten,

2. die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege mit einem Gutachten über die Bedeutung der in Baden neu entdeckten archäologischen Funde zu beauftragen.

3. in Abstimmung mit den Behörden der Stadt Baden und des Kantons Aargau sowie der Bauherrschaft zu prüfen, ob und wie die gesamte Anlage oder einzelne Teile davon erhalten und für die Öffentlichkeit allenfalls sichtbar gemacht werden können.