Im Juni 2010 hatten die Stimmberechtigten Obersiggenthals den Bau des Kreisels in Kirchdorf in einer Referendumsabstimmung knapp abgelehnt. Danach wanderte mit dem Kreisel auch die Stauraumbewirtschaftung im Siggenthal in der Schublade des Kantons. Die Leidtragenden sind die Busbenützer, die vom Siggenthal nach Baden fahren. Sie bleiben zu Stosszeiten regelmässig mit dem Bus im Stau stecken.

Doch diese Zustände sollen bald vorüber sein: Das Projekt einer separaten Busspur mit zusätzlichen Pförtnern ab Ausgang Untersiggenthal bis Kirchdorf liegt in den betroffenen Gemeinden Obersiggenthal und Untersiggenthal auf. Ab Einmündung Bodenächerstrasse in Untersiggenthal soll eine separate Busspur Richtung Baden bis zur Einmündung Brühlstrasse in Kirchdorf führen. Die bemalten Pfosten entlang der Strasse zeigen deutlich auf, dass es dazu einen breiten Streifen an Kulturland braucht.

Pförtner mit Lichtsignal

Die Stauraumbewirtschaftung im Siggenthal ist Bestandteil der Massnahmen, die das Verkehrsmanagement Aargau Baden-Wettingen vorsieht. Bereits bei der Schönegg-Kreuzung in Untersiggenthal wird der Verkehr aus dem unteren Aaretal zu Spitzenzeigen ein erstes Mal dosiert.

In Kirchdorf, wo der Bus jeweils in einer Schlaufe über die Zelgli- und die Brühlstrasse durch das Dorf fährt, gibt es ebenfalls eine bessere Lösung für den Bus. Bislang musste er in beiden Fahrtrichtungen an der Brühl- oder Zelglistrasse beziehungsweise auf der Landstrasse warten, bis er freie Vorfahrt erhielt. Künftig wird dort der Bus bei beiden Einmündungen über Lichtsignalanlagen bevorzugt, damit er sich nahtlos in den Verkehr einfügen kann. An diesen Lichtsignalanlagen wird der motorisierte Individualverkehr ausserdem zurückgehalten, damit der Bus auf dem Streckenabschnitt in Kirchdorf nicht im Stau steht. Eingangs Nussbaumen gelangt er dann ohnehin auf die separate Busspur, wo er beim Kreisel Landschreiber mittels einer weiteren Pförtnerung erneut bevorzugt wird.

Neu wieder 60er-Strecke

Das jetzige Projekt hat aber auch Schwachpunkte. So wird unter anderem die Zufahrt des an der Landstrasse liegenden Bauernhofs von Beatrice und Stefan Müller verengt. Sie unterstützen die Busspur, haben aber eine Sorge: «Wir wissen nicht, wie künftig der Milchtankwagen oder auch andere Lastenzüge bei uns einbiegen sollen, ohne den Verkehr zu behindern.» Das Linksabbiegerverbot aus den Feldstrassen in die Landstrasse kritisiert die Landwirtschaftskommission ebenfalls. Dies kann auch die neue Temposignalisation nicht nachvollziehen. Wo seit Jahren durchgehend 50 km/h die Limite auf der Landstrasse, sollen zwei kurze «60er-Abschnitte» geschaffen werden.