Es ist noch früh am Morgen, als sich Franco Beutler, Leiter Sicherheit, Qualität und Verkehr im Shoppi Tivoli, auf einen ersten Rundgang durch das Shoppi Tivoli macht – rund eine Stunde vor Ladenöffnung, an einem Samstag. Es regnet und ist kalt, beides Indizien, dass es ein lebhafter Tag wird im Shoppi Tivoli. «Bei schlechtem Wetter bieten wir dem Kunden einen angenehm trockenen Ort», erklärt Beutler, «Bei schönem Wetter mag der Kunde natürlich eher draussen sein.»

Gefahren entdecken

Während seines Morgenrundgangs überprüft Franco Beutler die Notausgänge und deren Beleuchtung auf ihre Funktionalität, lässt die Rolltreppen an, kontrolliert die Leuchtschriften der Läden und schaut, «ob alles in Ordnung ist oder ob es irgendwo eine potenzielle Gefahr für die Kunden gibt». In der Nacht haben Mitarbeiter im Shoppi Tivoli neue Werbeschilder ausgehängt. Beutler versichert sich, dass nicht irgendwo ein Schild liegen geblieben ist. Indessen kümmert sich der Verkehrsdienst um die Beschilderung der Parkplätze, stellt dort neonorange Töggeli auf, wo Park- oder Fahrverbot herrscht.

Von all dem bekommen die Kunden, die wenig später das Shoppi Tivoli bevölkern, nichts mit. Auch Franco Beutler nehmen sie kaum wahr, wenn er den Tag hindurch immer wieder Patrouillengänge unternimmt. Sein Augenmerk liegt dabei wie schon am Morgen auf der Sicherheit und Qualitätssicherung, auch mit dem Verkehrsdienst hält er ständigen Kontakt. Wie von Beutler vorausgesagt, ist es ein strenger Tag. Der Verkehrsdienst mit Leiter Ernst Preisig hat alle Hände voll zu tun damit, die Kunden auf den 4 200 Parkplätzen zu verteilen, ohne dass es zu grossen Wartezeiten oder Schlaufen kommt. Im Notfall schnappt sich Beutler seine Leuchtweste und hilft.

Ruhiger Tag

So weit kommt es nicht, obwohl viele Kunden ins Shoppi Tivoli strömen. Auf der Dispo, der Koordinationsstelle des Sicherheitsdienstes im Hochhaus des Einkaufszentrums klingelt das Telefon selten. Hier kommen die Anrufe der Kunden an, die ein Problem haben: Sei es, dass sie im mehrstöckigen Parkhaus ihr Auto nicht mehr finden, die Parkhauskasse das Billett verschluckt hat oder die Barriere sich geschlossen hat, bevor der Lenker herausfahren konnte.

An diesem Tag hat sich ein Kunde aus Versehen bei einem Notausgang ausgeschlossen. Franco Beutler kümmert sich persönlich darum und lässt sich das Missgeschick vom Kunden schildern. «Die Hinweise können sehr wertvoll sein, und schliesslich gehört zur Qualitätssicherung auch die Kundenbindung. Wir müssen uns bewusst sein, dass der Kunde uns den Zahltag bringt», sagt Beutler.

Wenig überraschend ist deshalb Franco Beutlers Aussage, dass in seinem Job neben dem Allgemeinwissen vor allem eine gute Beobachtungsgabe gefragt sei: Probleme sollen behoben werden, bevor sie überhaupt da sind – oder wie Beutler sagt: «Agieren anstatt Reagieren.» Die Wasserlache, die eine umgeworfene PET-Flasche hinterlassen hat, muss aufgewischt werden, bevor ein Kunde darauf ausrutscht.

Eigenverantwortung der Läden

Das Einsatzgebiet von Franco Beutler und seinem Team liegt dabei ausschliesslich im Mall des Shoppi Tivolis. «In den Läden sind die Betreiber selber verantwortlich», sagt Beutler. So auch für Ladendiebstähle. «Das Bild von der wilden Verfolgungsjagd eines Diebes durch das Shoppi ist ein Klischee», sagt Beutler. Trotzdem muss es manchmal schnell gehen: «Wenn sich beispielsweise eine Barriere bei der Ausfahrt nicht öffnen lässt, muss so schnell wie möglich einer unserer Mitarbeiter vor Ort sein – sonst gibt es rasch einen Rückstau», erklärt Beutler.

An diesem verregneten Samstag kommt es nicht so weit: die Kunden und Mieter verlassen das Shoppi Tivoli ohne Probleme. Dann ist es Zeit für Franco Beutlers letzten Rundgang. «Dabei achte ich speziell darauf, dass das Shoppi Tivoli wirklich leer ist», sagt er. Ein letzter aufmerksamer Blick stellt sicher, dass alles in Ordnung ist bis zum Wiedersehen am nächsten Morgen.