Kommt einer zu Hilfe, wenn Jugendliche Probleme haben? Oder eben «comtainer?» Die Antwort ist Ja. Sie kommt von der Fachstelle Jugendarbeit Baden in Form eines Treffpunkts. Dieser soll Jugendlichen einen Ort im öffentlichen Raum bieten, wo sie sich aufhalten, Zuflucht finden können. «Der Erfolg der letzten Jahre hat uns dazu bewogen, das Projekt erneut durchzuführen», sagt Sacha Studer, Projektleiter.

Wer «comtainer?» kennt, muss sich neu allerdings daran gewöhnen, dass sich der Standort des Treffpunktes geändert hat. «Er findet ab jetzt immer samstags permanent im Graben statt.»

Dialog ermöglichen

«Die Jugendlichen sollen sich an einem Ort aufhalten können, ohne andere zu stören», erklärt Studer das Ziel des Projekts. Die Fachstelle habe dabei allerdings kein Interesse, die Jugendlichen zu kontrollieren und die Funktion der Polizei zu übernehmen. «Wir nehmen die Jugendlichen ernst», sagt der Projektleiter. Sie hätten ein offenes Ohr, wenn die Jugendlichen Probleme haben. «Regelmässig veranstalten die Jugendlichen Filmabende, kochen zusammen oder machen Musik.» Ausserdem wolle man einen Dialog schaffen zwischen den Jugendlichen. Das habe bisher immer gut funktioniert. «In all den Jahren hatten wir nur eine einzige Lärmbeschwerde.» Es sei zudem deutlich ruhiger geworden im öffentlichen Raum. Studer glaube mit dem Projekt «comtainer?» dazu beizutragen.

Zivilcourage erleben und lernen

Eine Frau wird in einem Bus von einem Mann bedrängt, zwei Jugendliche geraten in einen handgreiflichen Streit. Zu oft wird weggeschaut, wenn Zivilcourage gefragt wäre. Aus diesem Grund bietet die Fachstelle Jugend Baden neben dem Jugendprojekt «comtainer?» zusätzlich Rundgänge an, in denen genau dies vermittelt werden soll.

Durch die szenische Darstellung drei verschiedener Konfliktsituationen soll den Teilnehmern des sogenannten «StattGewalt»-Rundganges Zivilcourage ans Herz gelegt werden. «Die Teilnehmer sollen lernen, sich in gefährlichen Situationen richtig zu verhalten», sagt Studer. Bisher seien die Reaktionen durchs Band positiv gewesen. «Deshalb macht Baden bereits das dritte Jahr in Folge mit», so Studer. Allerdings habe es auch schon den einen oder anderen gegeben, der den Rundgang mit Herzklopfen und schweissnassen Händen verlassen habe. «Die Szenen sind sehr intensiv», sagt Studer. Also nichts für kleine Kinder, die Spiel und Realität nicht unterscheiden können.

«comtainer?» vom 28.6. bis 29.7. und 2.9. bis 29.9. donnerstags und freitags in der Innenstadt und samstags im Graben,
von 19 bis 24 Uhr.

«StattGewalt»-Rundgang am 29.10. um 19 Uhr, im Kappelerhof in Baden.

Weitere Informationen auf:  www.jugendarbeit.baden.ch