Es war am Sturmabend des 7. Dezember. An der Promenade, kurz vor der Kronengasse, stürzte ein Kastanienbaum über den Weg. Verletzt wurde niemand. «Wir haben umgehend den Baumbestand oberhalb der Limmat bis zum Kraftwerk Kappelerhof geprüft», sagt Georg Schoop, Stadtoberförster.

Sicherheit kontra Ökologie

«Wir mussten die Aspekte der Sicherheit gegenüber ökologischen Überlegungen abwägen und dann entscheiden», so Schoop. Den Zustand der Bäume, insbesondere an der Hangkante, sowie der exponierten Bäume generell, würde man stets im Auge behalten, erklärt Schoop.

Die Bäume seien nach ihrem Schrägstand beurteilt worden. Kritisch ist es, wenn der Wurzelbereich oberhalb des Stammes angehoben ist. Ebenso seien die Bäume auf Fäulnis, Spechtlöcher und andere Schäden untersucht worden. Ein Augenmerk galt Bäumen mit Zwieselwuchs (mit zwei auseinanderwachsenden Stämmen). Sieben Bäume wurden eruiert, die gefällt werden mussten.

Natur beobachten

Jetzt gelte es, die Natur zu beobachten, erklärt Schoop. Wie weit sich die Massnahmen auf die Faune an diesem Hang – der mit Lerchensporn bewachsen ist – auswirken werden, sei ungewiss. Ein Überwachsen mit Sträuchern müsse aber verhindert werden.

Weil der Ölrain-Hang schwer zugänglich ist, setzte das Forstamt einen Pneukran ein. Dieser setzte Forstwart Pius Moser bei bitterer Kälte hoch oben in der Baumkrone ab. Von oben her sägte Moser den Stamm in Stücke. Sein Bruder Viktor sass am Steuer des Pneukrans und hievte in guter Teamarbeit die Stücke auf die Ölrainstrasse.

Während mehrerer Stunden war die Zufahrt zum Parkhaus Theaterplatz gesperrt, denn die Arbeiten dauerten aufgrund der extremen Wetterbedingungen etwas länger als angenommen. Betroffen waren insbesondere Anwohner und Beschäftigte, die dort ihren Privatparkplatz haben.