Baden

Sie behauptet, einen echten Wolf gesehen zu haben – in Baden

Direkt von ihrer Wohnung aus sah Hella Bodin den Wolf in Baden.

Direkt von ihrer Wohnung aus sah Hella Bodin den Wolf in Baden.

Die 88-jährige Hella Bodin aus Baden ist sich sicher, vor rund zwei Wochen einen Wolf gesehen zu haben. An eine Verwechslung glaubt sie nicht: «Ich kann einen Wolf von einem Hund unterscheiden».

Einen Wolf meldeten Autofahrer in der Region Aarau – doch sie sahen den Tschechischen Wolfshund «Nixon», der bei einer Ausstellung im Schachen ausgebrochen ist. Jetzt hat sich eine 88-jährige Badeneri gemeldet. Sie ist überzeugt, einen richtigen Wolf gesehen zu haben:

«Es war vor rund zwei Wochen, als ich um etwa halb drei morgens von meinem Schlafzimmer aus auf der gut beleuchteten Zürcherstrasse den Wolf erblickte», sagt Hella Bodin. Sie wache in der Nacht immer mal wieder auf und werfe dabei einen Blick aus der Wohnung. Auf die skeptische Rückfrage, ob sie denn sicher sei, dass es sich bei diesem Tier tatsächlich um einen Wolf gehandelt habe, antwortet die 88-Jährige: «Ich bin zwar nicht mehr die Jüngste. Aber glauben sie mir: Einen Wolf kann ich schon noch von einem Hund, einem Fuchs oder geschweige denn einer Katze unterscheiden.»

Dies umso mehr als sie als ausgebildete Apothekerin auch in den Genuss naturwissenschaftlicher Fächer gekommen sei und sich deshalb mit Tieren sehr gut auskenne. «So habe ich hier nachts schon viele Tiere gesehen; erst vor kurzem gar einen Fuchs mit Jungen.» Und noch ein letzter Grund spreche dagegen, dass es sich etwa um einen Hund gehandelt haben könnte: «Ich wohne nun schon seit über 50 Jahren hier an der Zürcherstrasse und weiss, dass um diese Zeit keine Hunde allein auf der Strasse rumlaufen.»

Hella Bodin erinnert sich noch genau: «Es war ein wunderschönes Tier. Doch leider war es nur wenige Sekunden in meinem Blickfeld, ehe es im Wald Richtung Kreuzliberg verschwand.» Sie habe das Erlebnis zuerst für sich behalten. «Erst als ich in der Zeitung dann vom überfahrenen Wolf in Schlieren lass, entschied ich mich, die Presse zu kontaktieren.» Auf die Frage, ob sie jetzt Angst vor einer weiteren Begegnung mit einem Wolf habe, antwortet sie: «Nein, sicher nicht. Ich glaube nicht, dass ich hier so schnell wieder einen Wolf zu Gesicht bekomme.» Und überhaupt lasse sie sich – wenn sie ausgehe – immer mit dem Taxi direkt vor die Haustür fahren.

Förster freut sich auf Wolf

Sollte sich der Wolf dereinst auch hier im Aargau verbreiten, würde das den Stadtoberförster Georg Schoop freuen: «Klar, es ist immer eine Frage des Masses. Doch grundsätzlich würde der Wolf dazu beitragen, dass der Reh- und Rotwildbestand abnehmen würde, was wiederum der Pflanzenwelt zugute käme.» Er sei überrascht, dass der Wolf offensichtlich jetzt schon den Weg bis ins Mittelland gefunden habe. «Anzeichen im Badener Wald auf einen Wolf haben wir aber noch keine.»

Dies bestätigt auch Ernst Sennrich, Jagdaufseher der Jagdgesellschaft Baden-Baregg. «Wolfspuren haben wir noch keine gesichtet.» Sennrich glaubt aber nicht, dass sich der Wolf im Mittelland längerfristig verbreiten wird. «Dafür ist das Nahrungsangebot zu klein, die Landschaft viel zu sehr zersiedelt und es hat viel zu viel Verkehr.»

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