Badener Cordulaclub

Sie füllen eine Marktlücke in der Ausgang-Szene: «Wir wünschen uns Gäste mit Stil»

Der im Winter eröffnete Badener Cordulaclub und das Label «Einklang» füllen eine Marktlücke in der Ausgeh-Szene.

Disco Night, Latin Night und jeden Dienstag Salsa Night: Diese Events gehen im neuen Cordulaclub von Abdel Chariak über die Bühne. Ende November hat der Club am Cordulaplatz eröffnet und sich mittlerweile bereits zu einer beliebten Adresse bei Erwachsenen gemausert. Denn Chariak hat eine klare Vorstellung seiner Gäste: «Sie sollten um die 25 Jahre alt sein.»

Die Altersvorgabe hat seinen Grund: «18-Jährige können doch überall in den Ausgang», findet der Clubbesitzer, der gleichzeitig auch das Café Cordula nebenan und die Nouba-Lounge in der Nähe betreibt. «Als 25-Jähriger fühlt man sich unter all den Jungspunden doch schon wie ein Grossvater.» Die Altersvorgabe sei aber nicht so streng, wie das jetzt klingt, obwohl die meisten Partys erst ab 21 Jahren zugänglich sind, teilweise sogar tatsächlich erst ab 25 Jahren. Dem gebürtigen Tunesier geht es dabei eher ums Prinzip: «In Baden gibt es sonst nicht viel Angebote für diese Zielgruppe.»

Eröffnung hat sich verzögert

Der Gastronom lebt für Unterhaltung und Kunst. Auch das Nachtleben hat es ihm angetan: «Ich gehe nur dann vor Mitternacht ins Bett, wenn ich krank bin», sagt er und lacht. Das Betreiben der Lounge und nun auch des Cafés und des Clubs, läge ihm einfach im Blut. Bereits von 2014 bis 2016 hat der 46-Jährige das «Haus zum Glas» geführt. Dann kam der Gedanke: «Das gäbe einen geilen Club.» Daraufhin wurden die Räumlichkeiten umgebaut, was jedoch länger dauerte als ursprünglich geplant. Wegen der Baustelle am Schulhausplatz verzögerten sich diverse Termine. Anstatt wie geplant im Sommer wurde der Club im Winter eröffnet, was Chariak heute als «nicht optimal» bezeichnet.

«Am Anfang habe ich jeden Freitag und jeden Samstag eine Party gemacht. Die wurden aber nicht so gut besucht.» Deshalb organisiere er jetzt bis zu fünf Mal im Monat einen Event. Das käme jetzt viel besser an. «Ich will lieber Qualität vor Quantität», sagt Chariak. Im April werde es beispielsweise ein Live-Konzert mit einem Aargauer Künstler geben. Allgemein versucht der Gastronom, Events mit lokalen Akteuren zu organisieren und die Kultur in Baden zu fördern: «Mir ist es wichtig, der Stadt und den Leuten das zu bieten, was sie wollen.»

Trotz der anfänglichen Unsicherheit der Anwohner gingen bisher keine Lärmbeschwerden ein. «Man kennt mich hier, ich bin mit der Nouba-Lounge seit zwölf Jahren in der Stadt und habe noch nie Probleme gehabt. Das soll so bleiben», sagt Chariak. Weil sich das Tanzlokal in den beiden Untergeschossen befindet, sei die Musik ausserhalb des Clubs nicht zu hören. Auch Raucher müssen nicht nach draussen: Der Dancefloor im zweiten Untergeschoss wirkt als Fumoir. «Einzig meine Gäste könnten Lärm machen, aber genau deshalb wünsche ich mir ja Leute mit Stil und keinen Kindergarten», verrät Chariak augenzwinkernd.

Bisher ist der Clubbesitzer sehr zufrieden. Auch das Café liefe gut. Dort kann man am Morgen Kaffee trinken und frühstücken, jeden Sonntag bietet Chariak einen Brunch an, und über Mittag gibt es ein orientalisches Buffet. Sowohl im Club, im Café als auch in der Lounge geht es Chariak vor allem um das «Zusammensein». «Wir sind multikulti, bei uns soll sich jeder wohlfühlen.»

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