Der Bluus Club Baden feiert in der aktuellen Saison das 25-Jahr-Jubiläum. Vereinspräsidentin Susanne Slavicek ist Mitglied der ersten Stunde und lacht, wenn sie an die feuchtfröhlichen Anfänge denkt. «Wir waren damals vier eingefleischte Bluesfans und präsentierten uns an der Badenfahrt 1991 mit einer eigenen Beiz auf dem Schulhausplatz erstmals einer breiteren Öffentlichkeit», erzählt sie. «Jeden Abend gaben Schweizer Bluesbands Konzerte und die Hütte war immer gerammelt voll. Dieser Erfolg spornte uns an, einen Verein zu gründen.»

Der Blues, der sei in seiner Urform eine Nischenmusik geblieben und wurde nie so stark kommerzialisiert wie etwa die Pop-Musik. «Unser Publikum bewegt sich von 30 Jahren an aufwärts», sagt Christoph Spycher, Bluus-Club-Vorstandsmitglied, und fügt hinzu: «Junge denken oft, der Blues sei verstaubt und merken erst, wenn sie zu einem Konzert kommen, wie toll der Musikstil eigentlich ist.» Vor allem werde noch alles handgemacht, sagt er.

«Wir sind kein ‹Jekami›»

Auch der zweite grosse Auftritt des Bluus Clubs Baden an der Badenfahrt 1997 war ein Volltreffer. Ab dato wurden regelmässig Konzerte und Anlässe veranstaltet. Im damaligen Inox – heute Sitz vom Verlag «hier und jetzt» – gaben sich nationale und internationale Musikgrössen die Klinke in die Hand. Die Konzerte und Jamsessions im schummrigen, verrauchten und etwas maroden Schuppen waren legendär. Seit 2008 ist das Restaurant Fjord beim Nordportal Stammlokal des Vereins, der zurzeit rund 150 Mitglieder zählt.

Das notwendige Budget von zirka 35 000 Franken für acht Konzerte pro Jahr setzt sich aus Beiträgen von Mitgliedern, der öffentlichen Hand und Sponsoren zusammen. «Wir schrieben bisher praktisch immer schwarze Zahlen», freut sich Susanne Slavicek.

Damit man internationale Topacts nach Baden bringen kann, wird mit vier deutschen Musikclubs kooperiert. «Zusammen können wir den Bands eine ganze Konzertreihe anbieten. Das ist für die Musiker interessant und reduziert unsere Ausgaben», sagt die Kulturmanagerin Slavicek. Das Bluus-Club-Team werde mittlerweile überrannt mit Anfragen. «Wir sind aber kein ‹Jekami› und engagieren nur die Besten», betont Slavicek, «nur so konnten wir uns bis jetzt in der Szene behaupten.»

Grosse Stars zum 25-Jährigen

Den Jubiläumszyklus eröffnet diesen Donnerstag die US-Formation Mississippi Heat mit Bluesharp-Superstar Pierre Lacocque. Ebenso spektakulär geht es am 29. Oktober weiter mit «Blues Harmonica Summit». Drei der besten Harmonikaspieler der Welt und ihre Bands machen auf ihrer Tournee einen Halt im Fjord in Baden. Obwohl der Bluus Club in 25 Jahren fast alles, was Rang und Namen hat, auf die Badener Bühne brachte, hegt Susanne Slavicek noch einen Traum: «Ich möchte Eric Clapton in die Limmatstadt holen», gesteht sie und ihr Blick wird ganz schwärmerisch.

Konzert Auftakt Bluus-Club-Jubiläum: Mississippi Heat (US) und Electrified Soul (D), Donnerstag 24. September, 20 Uhr, im Fjord in Baden.