Baden
Sie ist seit 35 Jahren die Seele des Kurtheaters

Margrit Huser darf am Mittwoch endlich selbst auf die Bühne des Kurtheaters. Dort wird sie für ihr langjähriges Wirken als Leiterin Buffet, Garderobe und Einlass geehrt.

Elisabeth Feller
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35 Jahre als Garderoben-Frau und gute Seele im kalten Glasfoyer: Zum Schluss darf Margrit Huser morgen auf die Bühne des Kurtheaters.

35 Jahre als Garderoben-Frau und gute Seele im kalten Glasfoyer: Zum Schluss darf Margrit Huser morgen auf die Bühne des Kurtheaters.

Alex Spichale

Auf der Bühne des Kurtheaters Baden haben viele Schauspielerinnen und Schauspieler geliebt, gestritten, gelitten, gelacht und getröstet. Margrit Huser kann unzählige, damit verbundene Erlebnisse und Anekdoten Revue passieren lassen. Seit 35 Jahren arbeitet die Badenerin im Kurtheater und das mit derart viel Herzblut, dass sie längst eine Institution ist und als solche intern auch als «Theatermami» gilt.

Wer das Kurtheater betritt, kommt an ihr nicht vorbei. Einige Plauderminuten gehören für treue Besucher dazu. Sie wissen: Aufführungen charakterisieren ein Theater; Menschen beseelen es. Margrit Huser ist eine Seele. Weil eine solche keine Berufsbezeichnung kennt, gibt es auch für diese Frau keine, selbst wenn sie offiziell Leiterin von Buffet, Garderobe und Einlass ist.

Dass sie einst nach dem Haushaltlehrjahr eine Servicelehre im Hotel Storchen in Rheinfeldern absolviert hat, hat man vor langer Zeit einmal erfahren und sogleich in die Schublade «Gehört und vergessen» abgelegt. Denn für Margrit Huser zählt nur eines: Leben für das Kurtheater.

Der Figaro des Kurtheaters

Wann genau dieses Leben begann, kann sie nicht an einem Datum festmachen. Sie weiss nur noch, dass sie ihren ersten Arbeitstag vor 35 Jahren im eisigen Februar antrat. «Margrit, zieh dich warm an», habe man sie damals vor dem kalten Glasfoyer gewarnt, sagt sie lachend. Doch sie schlug den Ratschlag in den Wind und blieb seither auch bei ungemütlichen Temperaturen ihren kurzärmligen Blusen treu. Warm wird ihr sowieso. Denn genauso wie nach Figaro, dem Barbier in Rossinis Oper, wird auch nach ihr einmal da, einmal dort verlangt.

Zeit, um sich die Vorstellung anzusehen, hat Margrit Huser nicht. Dafür hat sie Zeit für die Wünsche «ihrer» Besucherinnen und Besucher, die in ihrem Kopf gespeichert sind. Sie kennt ihre Stammgäste; weiss, was diese in der Pause konsumieren.

«Sie liebt Menschen», sagt Lara Albanesi. Die Kaufmännische Leiterin des Kurtheaters arbeitet seit sieben Jahren mit Margrit Huser zusammen und bringt ihre Eindrücke so auf den Punkt: «Sie lässt uns allen immer wieder ganz viele, von Herzen kommende Aufmerksamkeiten zuteilwerden. Sie ist einfach – menschlich.»

Nach 35 Jahren wird Margrit Huser nun die Leitung von Buffet, Garderobe und Einlass auf Ende Saison ihrer Nachfolgerin Ursula Hintermann übergeben. Ein definitiver Abschied vom Kurtheater ist das aber nicht. Margrit Huser bleibt dem Dreispartenhaus weiter verbunden – hinter den Kulissen.

Einmal wird sie die Bretter, welche ihr die Welt bedeuten, jedoch noch selbst betreten: Am Mittwoch wird Henrik Ibsens «Nora oder ein Puppenhaus» gespielt. Vor der Aufführung wird Margrit Huser auf die Bühne gebeten werden. Dort wird ihr 35-jähriges Wirken gewürdigt – mit Überraschungen, über die hier natürlich nichts verraten wird.

Kurtheater Baden «Nora oder ein Puppenhaus», Mittwoch, 18. Februar, 20 Uhr.