Würenlos: Mitten im Tumult vieler Badegäste, die bei der momentanen Hitze im Freibad Wiemel das kühle Nass suchen, bringt Ursula Hintermeister – Präsidentin des Schwimmclubs Limmattal – den Kleinsten unermüdlich das Schwimmen bei.

Jeden Tag ist sie stundenlang im Wasser anzutreffen und bietet von mittags bis abends Privatlektionen sowie diverse Schwimmkurse für unterschiedliche Altersklassen an: «Wasser ist mein Element, deswegen ist das kein Problem und die Ferienwochen sind die schönsten Stunden, in denen die Kinder wirklich profitieren können», sagt sie.

Hintermeister organisiert und leitet die Kurse in den Ferien mit viel Freude. Für das Angebot über mehrere Tage sei in der Region seit vielen Jahren in allen Schulferien eine grosse Nachfrage vorhanden.

«Man sieht den Fortschritt»

Im Nichtschwimmerbecken ist an den Nachmittagen deshalb auch Improvisation gefragt, damit die Kinder neben den Badegästen zum Beispiel mit lustigem Tintenfischfangen spielerisch den Schwimmsport erlernen können.

«Du bist doch kein U-Boot», sagt Ursula Hintermeister, als ein weiteres Kind ohne ein einziges Mal Luft zu schnappen die geforderte Strecke strampelt und dabei erste An- zeichen einer Schwimmtechnik zeigt. «Man sieht den Fortschritt an diesen kurzen Tagen, und das ist das Schöne an einem so intensiven Training, welches mehrere Tage dauert», meint auch Daniela Eggs, die gemeinsam die Kurse leitet. Zudem sei das Schwimmen in der Schweiz mit ihren vielen Flüssen und Seen eine Pflicht, meint sie.

Auch die Eltern haben Freude

Beobachtet werden die jungen Schwimmer und Schwimmerinnen mit den unverkennbaren gelben Badekappen auf dem Kopf von den anderen Kindern sowie den Eltern am Beckenrand. Daniela Wälti aus Geroldswil hatte ihren Sohn Lionel für den Kurs angemeldet: «Manchmal ist es als Elternteil schwierig, dem eigenen Kind das Schwimmen beizubringen, umso besser also, dass es solche Angebote gibt und die Kinder das Schwimmen neben den wenigen Stunden im Kindergarten lernen können», meint sie. Dafür kommt sie auch gerne täglich ins Schwimmbad. Kaum ist ein Kurs vorbei und die Gruppe aus dem Wasser, warten die älteren Kinder – sie sind für die nächste Schwimmlektion startklar.

Schlieren: Furchtlos klettern die acht Kinder, die sich zum zweitägigen Ferienplausch angemeldet haben, die steilen Wände hoch und sichern sich gegenseitig, als sei es das Einfachste auf der Welt. Bereits am ersten Tag des Kurses, welcher vom Kletterzentrum Gaswerk in Schlieren in Zusammenarbeit mit Pro Juventute angeboten wird, haben sie gelernt, wie das geht.

«Die Durchführung und Leitung übernimmt jeweils das Team vor Ort», sagt Simone Keller von Pro Juventute – mithilfe solcher Kooperationen bietet Pro Juventute eine Vielzahl sportlicher Betätigung in den Ferien an.

Die Kinder trauen sich viel

«Am zweiten Tag trauen sich die Kinder meistens schon viel mehr zu», erzählt die 25-jährige Helena Fischer, die durch den Nachmittag führt und weiss, wie die Kinder zu begeistern sind. Früher gab sie solche Kurse stets neben dem Studium, mittlerweile steht sie öfters fünf Tage für mehrere Stunden im farbigen Schlieremer Kletterparadies: «Es ist so vielseitig und man lernt jedes Mal dazu, weil es viele neue Griffe und Lagen zu erlernen gibt; Kraft wird vom ganzen Körper von den Fingern bis zu den Fussspitzen benötigt», sagt sie. Am liebsten verbringe sie die Zeit aber draussen am Fels.

Die Kinder zeigen sich als starke Gruppe mit grossem Verantwortungsbewusstsein, die sich problemlos den Herausforderungen stellt. So lernen sie nicht nur, wie man sich im kleineren Raum beim Bouldern nach oben stemmt, sondern sie wiederholen auch die wichtigsten Regeln, die es beim Klettern zu beachten gilt.

Der Kurs zieht Kinder aus der ganzen Region an. «Sie kam begeistert vom ersten Tag zurück», sagt zum Beispiel Martin Schuhmacher aus Birmensdorf über seine Tochter Maya, deren Freude und Energie sich bereits beim Aufwärmen zeigt. Und während sich der Vater ins Tennis ver- abschiedet, kraxelt die Tochter für zwei Stunden in Spiderman-Manier die Wände hoch.