Ennetbaden

Sie malt das Weltall von naturgetreu bis fantasievoll

«Sagittarius - blue sky» ist eines der Werke von Jeannette Hasler-Gobbi. Ursula Burgherr

«Sagittarius - blue sky» ist eines der Werke von Jeannette Hasler-Gobbi. Ursula Burgherr

Unendlichkeit und Grenzenlosigkeit faszinieren Jeannette Hasler-Gobbi aus Wettingen, die ihr Schaffen bis zum 5. August im Gemeindehaus Ennetbaden präsentiert.

Am liebsten malt sie das Weltall, wie sie es sich in ihrer Fantasie vorstellt. Als Gegenstück zum schwarzen Loch kreiert sie ein Triptychon, das sie «White Hole» nennt. An den Wänden der Treppenaufgänge gibt es planetarische Nebel, Sternbilder oder Phänomene wie die «weissen Zwerge» zu entdecken. Ein weisser Zwerg ist das, was von einem sonnenähnlichen Stern übrig bleibt, wenn der am Ende seines Lebens keinen Brennstoff mehr hat. Gleich mehrere Erdbälle schweben auf zwei ihrer Werke im All, denn sie ist überzeugt: «Wir sind nicht alleine. Es gibt so unzählig viele Planeten. Sicher ist irgendwo einer, der ähnlich ist wie der unsere.» Bilder, die das 25 Jahre alt gewordene Weltraumteleskop Hubble auf die Erde schickt, setzt sie hingegen fast naturgetreu um.

Hasler malt mit Acryl auf Leinwand und ausschliesslich in Schwarz, Weiss und den Grundfarben Rot, Blau und Gelb. Alle anderen Töne mischt sie sich selber zusammen und gestaltet daraus Universen, in denen die Farben zu explodieren scheinen. Ihr Pinselstrich wirkt wild und spontan. «Ich bewundere den expressiven, kraftvollen Duktus von Van Gogh», sagt die 49-Jährige. Früher kopierte sie oft Motive des niederländischen Meisters, nahm Kurse im Aktzeichnen und gab Blumen oder Landschaften naturgetreu wieder. Je weiter sie sich entwickelte, desto mehr landete sie in der Abstraktion. Schichtweise trägt sie die Acrylpaste auf und bringt durch Scratchen mit einem Holzstäbchen die unteren Farbschichten wieder zum Vorschein. «Heute fühle ich mich total frei und lasse mich intuitiv leiten beim Malen. Das gibt mir viel Kraft», erzählt Hasler.

Als 16-Jährige bewarb sie sich an der Kunstgewerbeschule, schaffte aber die Aufnahmeprüfung nicht. So liess sie sich zur Hochbauzeichnerin ausbilden. Als sie ihrem Freund aus Liebe nach Amerika folgte, war erst mal Schluss mit Kreativität. Um etwas Geld zu verdienen, arbeitete die junge Frau als Verkäuferin in einer Buchhandlung und an der Kasse eines Möbelgeschäfts. Zurück in der Schweiz fand sie sofort wieder eine Stelle als Hochbauzeichnerin. «So richtig in die Malerei stürzte ich mich erst, als ich Mutter wurde und meinen Job aufgab, um Tochter Jenny grosszuziehen», berichtet die Familienfrau. Sie bildete sich an der M-Art sowie an der Schule für Kunst und Design in Zürich weiter. Seit 2013 hat die Künstlerin ihr eigenes Atelier in Wettingen, wo sie auch Kurse in Zeichnen und Acrylmalen gibt. «Endlich mache ich das, wofür ich mich wirklich berufen fühle», meint Hasler und ihre blauen Augen funkeln hinter der Brille.

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