Im Herbst wird viel gezügelt: Wohnungen werden renoviert und frisch möbliert. Da will man sich auch etwas gönnen. Sei es ein grösserer Kleiderschrank, hellere Lampen oder eine Waschmaschine, weil die alte trotz Visite des Elektrikers noch immer komisch klappert.

Schnell ist das Gerät bestellt, doch binnen Kurzem steht auch die Frage im Raum: Wohin mit dem Alten? Die Sammelstellen von «Brings», die es seit vier Jahren nun auch in Turgi gibt, nehmen sich dieses Problems an.

Direkt neben der Kehrichtverbrennungsanlage, auf halbem Wege zwischen Turgi und Kappelerhof, liegt das Gelände von «Brings». Überall auf dem Gelände, hauptsächlich aber in der Abladehalle, stehen viele farbige Container, Kisten und Mulden.

Es ist ein heisser Tag, die Sonne brennt vom Himmel und Kunden stossen kleine Wägelchen, auf denen sich verschiedene Abfälle türmen, in Richtung der Halle. Hier kann praktisch alles abgegeben werden, was im Alltag so anfällt – sei es nun simpler Müll wie Kompost oder Papier, der sich oft schnell ansammeln kann, oder exotischere Abfälle – von Bildschirmen über Feuerlöscher bis zu Elektromotoren wird alles penibel getrennt und später recycelt.

«Ganz am Anfang hatten wir sogar einen Klienten, der hier zwei Kilogramm Zyankali abgab», erzählt Bruno Hug, der Leiter der Sammelstelle grinsend. «Natürlich nahmen wir das trotzdem an und sorgten dafür, dass es entsorgt wurde – mussten dabei aber ganz besonders Vorsicht walten lassen».

Entsorgungsvolumen wächst

Tatsächlich hat sich in den vergangenen Jahren die Beliebtheit der Sammelstelle, die sich beiderseits an Privatpersonen und kleinere Unternehmen richtet, gesteigert. «Inzwischen entsorgen wir jährlich grob geschätzt etwa 600 Tonnen Abfall. An besonders besucherreichen Tagen können das bis zu 4,5 Tonnen täglich sein», so Hug.

Nimmt man hinzu, dass selbst an den strengsten Tagen nur zwei Mitarbeiter die ganze Arbeit wortwörtlich alleine stemmen, erscheint dieses Volumen gleich nochmals respektabler. Bei der ganzen Last dürfen allerdings auch die kleineren Dinge nicht vergessen werden:

«Es gib zwar keine gesetzlich festgelegte «Schweigepflicht» in unserem Beruf, doch Datensicherheit ist auch bei uns eine Maxime – so schreddern zum Beispiel Kunden Akten, die sensible Daten beinhalten, selber; und wenn Computer, deren Festplatten gegebenenfalls wichtiges Material enthalten, einmal in der Mulde liegen und der Deckel darauf ist, kommt bis zur Abholung durch die Recyclingfirmen keiner mehr ran».

Öffnungszeiten «Brings»

Montag bis Freitag von 9.30 bis 12 Uhr und 13 bis 18.30 Uhr geöffnet

An Samstagen von 8 bis 16.30 Uhr