Baden
Sie sind sich alle einig: Es gibt einen zweiten Wahlgang

Intensiv, fair, sachlich und respektvoll – so das Résumé der Stadtammann- und Stadtratskandidaten sowie der Parteipräsidenten über den Wahlkampf und sie äussern sich zum Ausgang der ersten Wahl am kommenden Sonntag.

Erna Lang und Roman Huber
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Die Weihnachtsbeleuchtung ist weg. Wer bleibt am Sonntag von den Kandidaten übrig?

Die Weihnachtsbeleuchtung ist weg. Wer bleibt am Sonntag von den Kandidaten übrig?

Silvan Wegmann

Intensiv, fair, sachlich und respektvoll – so das Résumé der Stadtammann- und Stadtratskandidaten sowie der Parteipräsidenten über den Wahlkampf. «Die Weihnachtszeit ist nicht die ideale Zeit für einen Wahlkampf», sind sich alle einig. Während vorweihnachtliche Termine in enge Zeitfenster gedrückt werden mussten, herrscht jetzt die Ruhe vor dem Sturm. Das Wahlresultat wird als unvorhersehbar erachtet – als vorhersehbar der zweite Wahlgang.

Gemeinsam gekämpft

Roger Huber (FDP) blickt auf einen guten Wahlkampf zurück mit einem topmotivierten Wahlkampf-Team. «Persönlich durfte ich eine breite Unterstützung erfahren. Und es machte Spass. «Ich freue mich jetzt auf das Resultat am Sonntag», sagt Huber. Erst danach werde man über einen zweiten Wahlgang diskutieren.

FDP-Präsident Matthias Bernhard schwärmt von Huber und auch von Stadtratskandidat Peter Courvoisier. «Sie sind gut unterwegs und immer besser geworden», so Bernhard. Mobilisiert werde bis zum Wahltag, an dem sich die Freisinnigen zweifellos über ein gutes Resultat freuen dürften, ist Bernhard überzeugt.

«Es wäre voreilig, jetzt eine Prognose zu stellen und Strategien vorzubereiten», sagt Matthias Gotter, CVP-Parteipräsident. «Als Parteipräsident ist man guter Hoffnung und voller Zuversicht», sagt er über die Kandidatur von Markus Schneider. Er habe bei einer Wahlkampfaktion in der Innenstadt festgestellt, dass die Leute entweder eine gefestigte Meinung hatten, oder nicht wussten, welche Wahlen anstehen würden. «Wir haben die Passanten aufgeklärt. Dabei stiess Markus Schneider auf grosse Sympathie», ist sich Gotter sicher.

Fair und mit viel Arbeit verbunden

Schneider selber gibt sich gelassen. «Der Wahlkampf lief sehr gut. Die Anlässe, so zum Beispiel das Podium, habe ich sehr geschätzt.» Die Presse habe den Wahlkampf gut begleitet. Nebst wenigen persönlichen Attacken in Leserbriefen, sei der Wahlkampf fair über die Bühne gegangen. «Es war eine intensive Zeit, die Energie gekostet hat. Die vielen persönlichen Begegnungen in der Zeit haben mich bereichert», sagt er.

Eine grosse Bereicherung mit vielen neuen Erfahrungen war der Wahlkampf auch für den grünliberalen Sander Mallien und den Stadtrat Peter Courvoisier. «Der Wahlkampf war sehr fair, jedoch mit viel Arbeit verbunden», sagt Courvoisier. Einmal in der Woche habe er die Plakate kontrollieren und je nach dem richten müssen. «Alle denken immer, dass wir Kandidierenden ein Team haben, das diese Arbeit für uns abnimmt», stellt Courvoisier fest und lacht. Bereichert haben ihn die vielen neuen Bekanntschaften und Gespräche. Mallien: «Der Wahlkampf hat mir Spass gemacht. Ich habe viel dabei gelernt und neue Menschen kennen gelernt.» Er habe ein gutes Gefühl. Der Ausgang der Wahl sei für ihn aber unvorhersehbar – es werde einen zweiten Wahlgang geben. Und: «Viele sprechen von einer Persönlichkeitswahl. In meinen Augen hat es sich aber bei der Wahl um den Stadtammann zugespitzt, links-grün oder bürgerlich wählen zu müssen», sagt Mallien.

Zuversicht herrscht beim team, das auch den Stadtrats-Wahlkampf selbstbewusst führte. Ruth Müri bezeichnete ihre Rolle als Parteipräsidentin und Kandidatin zwar als anstrengend, doch verbunden mit vielen gefreuten Begegnungen. «Jetzt bin ich natürlich gespannt auf das Resultat», gesteht Müri.

Einiges eingesteckt

«Kurz und intensiv» bezeichnet Geri Müller den Wahlkampf. Er geriet am meisten ins Schussfeld von Kritikern. Mit persönlichen Attacken müsse man immer rechnen, wenn man sich in einem Amt exponiere, sagt der Vizeammann. Bezeichnend sei, dass diese Angriffe gegen ihn keine seiner städtischen Wirkungsebenen betroffen hätten. Vom Wahlkampf bleiben ihm viele tolle Begegnungen in Erinnerung. «Es wäre nun schön, ich könnte zwei Dinge vernetzen, und habe bereits viele Ideen».

Keinen Kampf hatte Stella, wie sie selber sagt. Die Wahlen seien sehr respektvoll verlaufen. Zwar hätte sie sich gewünscht, am Podium der Aargauer Zeitung mit dabei sein zu dürfen. «Doch ich habe es geschafft Baden aufzuwühlen, die Kandidaten zu verunsichern und die Wahlen etwas zu würzen.» Überrascht zeigt sich Stella über die Aufmerksamkeit der Medien. Selber erachtet sie sich als chancenlos. Darum lädt sie schon heute zum «Wahrscheinlich-Wahlniederlage-Festchen», das am Sonntag in der Unvermeidbar stattfindet. Ganz entspannt ist Heinz Blaser alias Blasi. «Mir gehts gut. Die einzige Sorge bereiten mir die anderen Kandidaten: Ich hoffe keiner von ihnen springt plötzlich ab», sagt Blasi.

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