Musik
Sie trotzte allen Rückschlägen – jetzt startet die Badenerin international durch

Sängerin Linah Rocio hat es geschafft: Das Album der Badenerin erscheint in England und Irland.

Stefanie Garcia Lainez
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Linah Rocio
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Linah Rocio Die Sängerin Linah Rocio (eigentlich Carolina Stiles) hat den Sprung ins Ausland geschafft: Ihr zweites Album „Warrior Talk“ wird bei Aveline Records in England erscheinen. Freisteller.
Linah Rocio Die Sängerin Linah Rocio (eigentlich Carolina Stiles) hat den Sprung ins Ausland geschafft: Ihr zweites Album „Warrior Talk“ wird bei Aveline Records in England erscheinen.
Carolina Stiles, alias Linah Rocio, aus Baden Carolina Stiles, alias Linah Rocio, Sängerin aus Baden.
Linah Rocio Die Sängerin Linah Rocio (eigentlich Carolina Stiles) hat den Sprung ins Ausland geschafft: Ihr zweites Album „Warrior Talk“ wird bei Aveline Records in England erscheinen.
Brandneu: Linah Rocio mit «Kill The Monsters»
Linah Rocio Die Sängerin Linah Rocio (eigentlich Carolina Stiles) hat den Sprung ins Ausland geschafft: Ihr zweites Album „Warrior Talk“ wird bei Aveline Records in England erscheinen.
Linah Rocio Die Sängerin Linah Rocio (eigentlich Carolina Stiles) hat den Sprung ins Ausland geschafft: Ihr zweites Album „Warrior Talk“ wird bei Aveline Records in England erscheinen.
Linah Rocio Die Sängerin Linah Rocio (eigentlich Carolina Stiles) hat den Sprung ins Ausland geschafft: Ihr zweites Album „Warrior Talk“ wird bei Aveline Records in England erscheinen.
Die Badener Sängerin Linah Rocio (eigentlich Carolina Stiles) hat den Sprungins Ausland geschafft. Sandra Ardizzone
Linah Rocio

Linah Rocio

Nicht viele Schweizer Künstler schaffen den Sprung ins Ausland. Doch sie hat es geschafft: die Badener Singer/Songwriterin Linah Rocio. Ende Januar erscheint ihr zweites Album, «Warrior Talk» – auch in England und Irland.

Doch der Weg dahin war steinig, geprägt von Rückschlägen und Herzschmerz. Dass die letzten drei Jahre Linah Rocio einiges abverlangten, sieht man der Powerfrau mit chilenischen Wurzeln aber nicht an. «Diese Zeit hat mich stärker gemacht», sagt die 39-Jährige und streicht sich durch die langen, rot-braunen Haare.

Doch der Reihe nach: Nachdem 2010 ihr erstes Album, «All About Secrets», erschien, schickte Linah Rocio Demo-Aufnahmen an ein Londoner Label. «Eigentlich eine verrückte Idee, ein Label einfach so anzuschreiben. Aber wenn du es in London schaffst, dann schaffst du es überall», sagt Linah Rocio, die mit bürgerlichem Namen Carolina Stiles heisst.

Ihre Songs gefielen und es hiess, sie solle sich doch wieder mit neuem Material aus dem Studio melden. Also machte sie sich ans Schreiben und Komponieren. Doch kurz bevor Linah 2013 mit den Studioaufnahmen beginnen wollte, trennte sie sich wegen Unstimmigkeiten von einem Teil der Band. 2014 folgte der nächste Rückschlag: die Trennung von ihrem Mann – mitten in den Aufnahmen.

Erst eine Reise in ihre alte Heimat nach Chile gab ihr und ihrer Stimme wieder die nötige Kraft zurück. Und als das Album 2015 endlich fertig war, setzte eine chronische Krankheit Linah fast ein ganzes Jahr ausser Gefecht.

Vor Konzert: Stimme weg

Trotz allen Hindernissen: Auch die neuen Aufnahmen kamen beim Londoner Label gut an. Im Frühling 2016 lud Aveline Records Linah für ein entscheidendes Konzert ein. Doch: Sie erkrankte an einer Grippe, die Stimme war weg. «Ich war unglaublich nervös», sagt Linah. «Erst beim Soundcheck kurz vor dem Konzert konnte ich wieder singen.»

Und wie: Mit ihrer elfenhaften und zugleich starken Stimme gewann Linah die Vertreter des Labels für sich: Diese sagten nach einem weiteren Konzert zu, den Druck und den Vertrieb von ihrem neuen Album «Warrior Talk» in England und Irland zu übernehmen.

Alle anderen Kosten von insgesamt 20 000 Franken übernahm Linah selbst, beispielsweise den Druck in der Schweiz, Layout, Mix oder Studiokosten – mithilfe des Aargauer Kuratoriums, den Suisa- und Konzerteinnahmen sowie mit Crowdfunding.

Trotz ihres aktuellen Erfolgs: Von der Musik leben kann die Sängerin noch nicht. Ihre Brötchen verdient sie sich in einem Café. Vielleicht ändert sich dies mit «Warrior Talk», das die Badenerin am Freitag im Royal der Öffentlichkeit vorstellt. Bei den Engländern kommt es auf jeden Fall schon gut an, wie in einer Kritik zu lesen ist: «Ihre Musik ist leidenschaftlich und kraftvoll. Es lohnt sich, das Album in vollem Umfang zu hören.»

Dass es energischer und kraftvoller sei als ihr erstes Werk, sagt auch Linah. Ein Album über Kämpfe, die jeder in seinem Leben führen müsse. Und sie ergänzt: «Wenn du etwas durchgemacht hast, hast du eine ganz andere Haltung, du führst ganz andere Gespräche – Kriegergespräche eben.» Deshalb auch der Name «Warrior Talk».

Singen an Jamsessions gelernt

Die Musik auf dem Album lässt sich nur schwer in ein Genre einordnen: Die Songs sind mal jazzig, rockig oder poppig. In einem Lied drückt der Kontrabass durch, in einem anderen das Cello, die Trompete oder die Gitarre – um nur einen Teil der Vielzahl an Instrumenten zu nennen.

Und immer wieder begleitet sich Linah mit dem Klavier, das zu spielen sie sich selbst beibrachte. So auch das Singen, wie sie erzählt. Ursprünglich habe sie Tänzerin werden wollen. Als sie aber Probleme mit dem Knöchel bekam, überzeugten sie Freunde, es mit dem Singen zu versuchen.

An Jamsessions mit anderen Badener Musikern wie Adrian Stern entdeckte sie ihr Gesangstalent. Und obwohl Linah unterdessen in Zürich wohnt, kommt sie immer noch regelmässig an die Sessions in die Bäderstadt, wo sie nicht nur ihre Jugend verbrachte, sondern auch zur Musik fand.

Linah Rocio: Release «Warrior Talk», Freitag, 27. Januar, 21 Uhr; Royal, Baden.