Autorin
Sie will mit ihren Psychothrillern die Leute fesseln

Buchautorin Conny Lüscher schreibt Psychothriller mit Gänsehautfaktor. Die Idee für ihr neustes Werk lieferte ihr eine Bauruine auf Fuerteventura.

Ursula Burgherr
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Hat ein Faible für düstere Geschichten: Schriftstellerin Conny Lüscher.

Hat ein Faible für düstere Geschichten: Schriftstellerin Conny Lüscher.

HO

Die Idee für ihren neuen Psychothriller «Nur noch Stille» kam Buchautorin und Kolumnistin Conny Lüscher, als sie mit ihrem Mann Ferien auf Fuerteventura machte. Sie erzählt: «Wir fuhren die einsame Küste entlang und stiessen plötzlich auf die halb verfallene Bauruine eines Hotels. Wie Farbtupfer hingen bunte Badetücher an den Gestängen. Sie stammten von jungen Menschen, die sich in der gottverlassenen Gegend häuslich niedergelassen hatten.» In diesem Augenblick fing Lüschers «Kopfkino» an zu arbeiten. «Szenen und Figuren tauchten in meiner Fantasie auf und damit verbunden immer die Frage: Was wäre, wenn jetzt dies oder jenes passieren würde?»

So entwickelte sie ihre Geschichte über die schreckliche, längst vergessen geglaubte Jugendsünde einer Gruppe etablierter Erwachsener, die mit einem minuziös geplanten und sadistischen Racheakt gesühnt wird. «Wenn ich am Computer sitze, weiss ich nie, wie sich die Charaktere entwickeln werden», erklärt Lüscher, «sie beginnen ein Eigenleben und ich laufe ihnen sozusagen schreibend hinterher.» Auf ihrer Website ist zur Entstehung ihrer Bücher zu lesen: «Die Ideen lauern an jeder Ecke auf mich, rauben mir rücksichtslos den Schlaf und trampeln als quengelnde Meute in meinem Kopf herum. Bis ich sie zu Papier gebracht habe.»

Obwohl in «Nur noch Stille» eiskalt gemordet wird, fliesst wenig Blut. Dennoch vermag die Badener Schriftstellerin das Grauen und unheimliche Stimmungen so subtil zu erzeugen, dass sich einem die Nackenhaare sträuben. Vieles lässt sie offen, aber in den Gedanken des Lesers spinnt sich die Handlung einer Filmszene gleich weiter. Lüscher: «Ich will die Leute fesseln. Wenn sie völlig eintauchen in die Welt, die ich für sie geschaffen habe, wenn sie sich gruseln und vor Aufregung alles andere vergessen, ist mein Ziel erreicht!»

Ihre ausgeprägte Kreativität und Fantasie begleitete Conny Lüscher von Kindesbeinen an. Während sie als Sekretärin für die Zeitschrift Pop und später für den Badener Kinobetreiber Peter Sterk arbeitete, verfasste sie ihre ersten Manuskripte, die allerdings niemals an die Öffentlichkeit gelangten. Dann machte sie sich als Malerin selbstständig und beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen. 2012 erschien ihr Buch «Leana», ein Fantasy-Roman über ein dämonisches Wesen, das den Menschen die Seele raubt. Auch bei ihrem Erstlingswerk ist der Gruselfaktor hoch. «Ich habe ein Faible für düstere Handlungen mit Gänsehautfaktor», sagt Lüscher und lacht.

Ihre humorvolle Seite zeigt die freischaffende Autorin bei den Comics und Kolumnen, die sie wöchentlich für verschiedene Zeitungen kreiert; es sind kleine pointierte Geschichten, mitten aus dem Alltag gegriffen. «Mein grösster Herzenswunsch ist es, weiterzuschreiben und die Leserschaft von der ersten bis zur letzten Seite gut zu unterhalten», verrät Lüscher zum Schluss. Ein drittes Buch ist bereits in der Pipeline.

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