Vier Kandidaten möchten in einer Woche zum neuen Friedensrichter im Kreis IV im Bezirk Baden gewählt werden – dazu gehören die Gemeinden Killwangen, Neuenhof, Spreitenbach, Wettingen, Würenlos und Bergdietikon. Doch was macht ein Friedensrichter überhaupt? Er ist erste Anlaufstelle bei zivilrechtlichen Forderungen. «Ausgenommen familienrechtliche Streitigkeiten», präzisiert Peter Rüegg, Präsident des Bezirksgerichts Baden.

Ziel des Friedensrichters sei es, eine Versöhnung in Form eines Vergleichs zu erreichen. «Dadurch soll vor allem ohne grossen Verfahrensaufwand der Rechtsfrieden wieder hergestellt und die übergeordnete Justiz vor allzu vielen Fällen verschont werden», so Rüegg. Die Erfolgsquote lässt sich durchaus sehen. 60 bis 65 Prozent aller Fälle, die beim Friedensrichter landen, können von diesem auch erledigt werden. Bis zu einem Streitwert von 2000 Franken darf der Friedensrichter sogar Urteile fällen – welche von den Parteien vor Obergericht angefochten werden können. «Bis zu einem Streitwert von 5000 Franken können Friedensrichter zudem einen Urteilsvorschlag erstellen; wird dieser von einer Partei abgelehnt, geht der Fall ans Bezirksgericht», erklärt Rüegg.

Was bringt er denn mit, der ideale Friedensrichter? Rüegg: «Er muss nicht zwingend Jurist sein; es kann sogar von Vorteil sein, ein Laie zu sein, weil es ja darum geht, eben gerade einen nichtjuristischen Kompromiss zu finden.»

Im Kreis IV des Bezirks Baden sind derzeit drei Friedensrichter im Einsatz. Gesucht wird nun ein Vierter, der das Amt von Jean-Pierre Leutwyler übernehmen soll, der zum Bezirksrichter gewählt wurde. Im ersten Wahlgang vor rund zwei Monaten erreichte keiner der Kandidaten das absolute Mehr. Im zweiten Wahlgang reicht das relative Mehr.

«Ich kandidiere als Friedensrichter, weil ich der Gesellschaft dienen will. Unserer Gesellschaft verdanke ich viel. Sie bietet uns Schul-, Aus- und Weiterbildung. Als Sekundarschulabgänger lernte ich Forstwart, nach der Limania Handelsschule konnte ich bei zwei Banken in der Devisenhandelsadministration Erfahrung sammeln. Es folgte die berufsbegleitende Ausbildung zum Betriebsökonom HWV. Bei der Schweizer Börse startete meine Karriere, die mich in geschäftsleitender Funktion nach Frankfurt und London führte.Neben meinen Fähigkeiten, Fleiss und Ehrgeiz, verdanke ich meinen Erfolg unserer Gesellschaft, die es Quereinsteigern auf dem 2. Bildungsweg ermöglicht, sich beruflich zu entwickeln. Wichtige Werte in meinem Leben sind Integrität, Loyalität und Fairness. Dank Verhandlungsgeschick, Einfühlungsvermögen für das Gegenüber und der Fähigkeit, Kompromisse zu schliessen, konnte ich meinen Werten auch im harten Berufsleben treu bleiben. Seit 2011 bin ich selbstständiger Unternehmensberater und kann mein Arbeitspensum frei gestalten. Als SVP-Kandidat gewann ich in einer Anhörung die Unterstützung der CVP und FDP.»

Daniel Gisler (45), Unternehmer, Bellikon, SVP.

«Ich kandidiere als Friedensrichter, weil ich der Gesellschaft dienen will. Unserer Gesellschaft verdanke ich viel. Sie bietet uns Schul-, Aus- und Weiterbildung. Als Sekundarschulabgänger lernte ich Forstwart, nach der Limania Handelsschule konnte ich bei zwei Banken in der Devisenhandelsadministration Erfahrung sammeln. Es folgte die berufsbegleitende Ausbildung zum Betriebsökonom HWV. Bei der Schweizer Börse startete meine Karriere, die mich in geschäftsleitender Funktion nach Frankfurt und London führte.Neben meinen Fähigkeiten, Fleiss und Ehrgeiz, verdanke ich meinen Erfolg unserer Gesellschaft, die es Quereinsteigern auf dem 2. Bildungsweg ermöglicht, sich beruflich zu entwickeln. Wichtige Werte in meinem Leben sind Integrität, Loyalität und Fairness. Dank Verhandlungsgeschick, Einfühlungsvermögen für das Gegenüber und der Fähigkeit, Kompromisse zu schliessen, konnte ich meinen Werten auch im harten Berufsleben treu bleiben. Seit 2011 bin ich selbstständiger Unternehmensberater und kann mein Arbeitspensum frei gestalten. Als SVP-Kandidat gewann ich in einer Anhörung die Unterstützung der CVP und FDP.»

«Ein Friedensrichter hat mich motiviert, mich für das Amt des Friedensrichters zu bewerben. Ich arbeite seit mehreren Jahren als Mediatorin und Coach von Einzelpersonen in Konfliktsituationen. Die Erfahrungen meiner Tätigkeit bei Scheidungen, Nachbarschafts- und Familienkonflikten – zum Beispiel bei Erbteilungen und Geschäftsübergaben – haben mir gezeigt, dass gute Lösungen nur im gemeinsamen Gespräch mit den Konfliktparteien entstehen. Daher würde ich gerne als Friedensrichterin zwischen Menschen vermitteln, ohne dabei geltendes Recht aus den Augen zu verlieren. Im Januar 2015 schliesse ich die Ausbildung zur Friedensrichterin an der Hochschule Luzern ab, was neben meiner praktischen Erfahrung eine gute Basis zur Ausübung dieses verantwortungsvollen Amtes ist. Ich würde mich als zielstrebige, aber herzliche Person bezeichnen. Meine Stärken sind Durchhaltewille, Flexibilität und Geduld. Konflikte gehe ich neutral an und suche mit den Parteien nach konkreten Lösungen. Das Amt als Friedensrichterin lässt sich gut mit meiner jetzigen Tätigkeit vereinbaren und was Freude macht, bedeutet keinen Stress. Daher bin ich hoch motiviert und danke für Ihre Stimme.»

Doris Ackermann (50), Mediatorin, Wettingen, parteilos.

«Ein Friedensrichter hat mich motiviert, mich für das Amt des Friedensrichters zu bewerben. Ich arbeite seit mehreren Jahren als Mediatorin und Coach von Einzelpersonen in Konfliktsituationen. Die Erfahrungen meiner Tätigkeit bei Scheidungen, Nachbarschafts- und Familienkonflikten – zum Beispiel bei Erbteilungen und Geschäftsübergaben – haben mir gezeigt, dass gute Lösungen nur im gemeinsamen Gespräch mit den Konfliktparteien entstehen. Daher würde ich gerne als Friedensrichterin zwischen Menschen vermitteln, ohne dabei geltendes Recht aus den Augen zu verlieren. Im Januar 2015 schliesse ich die Ausbildung zur Friedensrichterin an der Hochschule Luzern ab, was neben meiner praktischen Erfahrung eine gute Basis zur Ausübung dieses verantwortungsvollen Amtes ist. Ich würde mich als zielstrebige, aber herzliche Person bezeichnen. Meine Stärken sind Durchhaltewille, Flexibilität und Geduld. Konflikte gehe ich neutral an und suche mit den Parteien nach konkreten Lösungen. Das Amt als Friedensrichterin lässt sich gut mit meiner jetzigen Tätigkeit vereinbaren und was Freude macht, bedeutet keinen Stress. Daher bin ich hoch motiviert und danke für Ihre Stimme.»

«Ich durfte meine Kindheit in Wettingen und im Limmattal verbringen. In der Zwischenzeit bin ich 44 Jahre alt, lebe immer noch in Wettingen. Meine Hobbys sind Geschichte, Politik, Familie und die Welt entdecken. Beruflich bin ich als Geschäftsführer und Schwimmlehrer tätig. Dank dem, dass ich früh vom damaligen Geschäftsführerenden Friedensrichter Jean-Pierre Leutwyler angefragt wurde, ob ich für das frei werdende Friedensrichteramt kandidieren möchte, könnte ich mich beruflich so organisieren, dass ich ohne Probleme das Amt als Friedensrichter ausüben kann. Da es beim grössten Teil der Verhandlungen um finanzielle Belange geht, bin ich als Treuhänder und Finanzplaner die richtige Person in dieser Funktion. Zudem würde durch meine berufliche Ausrichtung sowie Weiterbildung gut ins Friedensrichter-Team Wettingen-Neuenhof passen. Den Schritt, für das Friedensrichteramt zu kandidieren, tat ich erst nach reiflicher Überlegung. Ein Friedensrichter sollte bemüht sein, Lösungen zu erreichen, die beide Parteien in einem Prozess zufriedenstellen. Das Ziel eines Friedensrichters sollte sein, dank guter Arbeit die Bezirksgerichte zu entlasten.»

Michael Merkli (44), Geschäftsführer/Schwimmlehrer, Wettingen, BDP.

«Ich durfte meine Kindheit in Wettingen und im Limmattal verbringen. In der Zwischenzeit bin ich 44 Jahre alt, lebe immer noch in Wettingen. Meine Hobbys sind Geschichte, Politik, Familie und die Welt entdecken. Beruflich bin ich als Geschäftsführer und Schwimmlehrer tätig. Dank dem, dass ich früh vom damaligen Geschäftsführerenden Friedensrichter Jean-Pierre Leutwyler angefragt wurde, ob ich für das frei werdende Friedensrichteramt kandidieren möchte, könnte ich mich beruflich so organisieren, dass ich ohne Probleme das Amt als Friedensrichter ausüben kann. Da es beim grössten Teil der Verhandlungen um finanzielle Belange geht, bin ich als Treuhänder und Finanzplaner die richtige Person in dieser Funktion. Zudem würde durch meine berufliche Ausrichtung sowie Weiterbildung gut ins Friedensrichter-Team Wettingen-Neuenhof passen. Den Schritt, für das Friedensrichteramt zu kandidieren, tat ich erst nach reiflicher Überlegung. Ein Friedensrichter sollte bemüht sein, Lösungen zu erreichen, die beide Parteien in einem Prozess zufriedenstellen. Das Ziel eines Friedensrichters sollte sein, dank guter Arbeit die Bezirksgerichte zu entlasten.»

«Ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Als Juristin kann ich mein Fachwissen einsetzen, und als Arbeitnehmerin, Mutter, Gotte, Freundin, Kollegin, Konkurrentin und Konsumentin stehe ich mit beiden Beinen auf dem Boden und verfüge über gesunden Menschenverstand. Ich bin als Tochter österreichischer Einwanderer in Baden geboren und aufgewachsen und habe 20 Jahre lang in Wettingen gewohnt. Baden ist meine Heimatregion und ich möchte mich für ein friedliches Zusammenleben hier engagieren. Meine Stärken sind mein Fachwissen und meine pragmatische Art, Probleme zu lösen. Dass es Streit gibt, lässt sich nicht vermeiden. Jedoch kann ich als Friedensrichterin eine kostspielige Prozessführung zu verhindern versuchen, indem ich den Parteien ihre Situation erkläre und eine einvernehmliche Lösung des Streits herbeizuführen suche. Ich bin überzeugt, dass eine solche Streitbeilegung mehr zur Befriedung der Parteien beiträgt als ein vom Richter gesprochenes Urteil, das für die unterliegende Partei erst noch mit hohen Kosten verbunden ist. Besser schlichten als richten. Zudem ist es mir ein Anliegen, das Bezirksgericht zu entlasten.»

Sabine Nossa (44), Juristin, Ennetbaden, GLP.

«Ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Als Juristin kann ich mein Fachwissen einsetzen, und als Arbeitnehmerin, Mutter, Gotte, Freundin, Kollegin, Konkurrentin und Konsumentin stehe ich mit beiden Beinen auf dem Boden und verfüge über gesunden Menschenverstand. Ich bin als Tochter österreichischer Einwanderer in Baden geboren und aufgewachsen und habe 20 Jahre lang in Wettingen gewohnt. Baden ist meine Heimatregion und ich möchte mich für ein friedliches Zusammenleben hier engagieren. Meine Stärken sind mein Fachwissen und meine pragmatische Art, Probleme zu lösen. Dass es Streit gibt, lässt sich nicht vermeiden. Jedoch kann ich als Friedensrichterin eine kostspielige Prozessführung zu verhindern versuchen, indem ich den Parteien ihre Situation erkläre und eine einvernehmliche Lösung des Streits herbeizuführen suche. Ich bin überzeugt, dass eine solche Streitbeilegung mehr zur Befriedung der Parteien beiträgt als ein vom Richter gesprochenes Urteil, das für die unterliegende Partei erst noch mit hohen Kosten verbunden ist. Besser schlichten als richten. Zudem ist es mir ein Anliegen, das Bezirksgericht zu entlasten.»