Wettingen

Siedlung aus den 50er-Jahren muss Neubauten weichen

Christoph Bernet Genossenschaft Wohnen Lägern

Christoph Bernet Genossenschaft Wohnen Lägern

Die Genossenschaft Lägern Wohnen in Wettingen will 127 Wohnungen im Klosterbrühl ersetzen. Die neuen Wohnungen sollen deutlich grösser werden. Diese bauliche Erweiterung hat jedoch seinen Preis.

Was vor sechzig Jahren Standard war, ist vielen Mietern nach heutigen Massstäben zu klein: Die Siedlung Klosterbrühl mit 127 Wohnungen soll deshalb einer neuen Überbauung weichen. Die zwölf Gebäude, die von 1948 bis 1955 gebaut wurden, gehören der Genossenschaft Lägern Wohnen (siehe Kontext). Eine Sanierung mache aus bautechnischen Gründen keinen Sinn, sagt Christoph Bernet, Geschäftsleiter von Lägern Wohnen. «Die Grundrisse der Wohnungen sind sehr klein, die meisten messen weniger als 84 Quadratmeter.» Insbesondere für Familien sei das sehr wenig. «Dazu kommt die Hellhörigkeit, die sich mit einer Sanierung nur schlecht beheben lässt.»

Die Gemeinnützige Genossenschaft verspricht sich vom Bauprojekt ausserdem eine erhebliche Vergrösserung der Wohnfläche: «Die Möglichkeiten des 25000 Quadratmeter grossen Grundstücks sollen besser ausgeschöpft werden», sagt Bernet. Da die konkrete Planung noch nicht begonnen hat, lassen sich zurzeit weder die Baukosten noch die Anzahl Wohnungen genau beziffern. Bis zu 180 Wohnungen könnten es werden, schätzt Bernet. Entschieden ist diesbezüglich aber noch nichts.

Sorge vor höheren Mieten

Fest steht hingegen: Die Wohnungen werden deutlich grösser. Das hat seinen Preis. Die Mieten, die zurzeit eher im tieferen Bereich liegen, werden steigen. «Es ist aber noch zu früh, um konkrete Zahlen zu nennen», sagt Bernet. In den Diskussionsrunden, welche die Genossenschaft für die derzeitigen Mieter im Klosterbrühl organisiert hat, war die Sorge vor höheren Mieten das zentrale Thema. «Dass sich die Begeisterung der Direktbeteiligten in Grenzen hält, ist nachvollziehbar», sagt Bernet. «Wir versuchen aber, für alle jetzigen Mieter eine Lösung zu finden.» Denkbar sei auch, ihnen in einer günstigeren Siedlung eine Alternative anzubieten.

Während der Bauphase sollen den Mietern zudem Ausweichmöglichkeiten in anderen Wohnungen angeboten werden. Vorgesehen ist, die Bauarbeiten auf mehrere Etappen zu verteilen, sodass einige Bewohner möglichst lange in der Klosterbrühl-Siedlung bleiben können. Das Projekt lässt sich nur mit der Zustimmung der knapp 900 Genossenschafter umsetzen. An der Generalversammlung muss die Mehrheit einen entsprechenden Kredit bewilligen. Wann diese GV stattfinden wird, ist noch offen. Zurzeit werden die Rückmeldungen aus den Diskussionsrunden ausgewertet.

«Die Mieter sollen bereits vor Beginn der Planung einbezogen werden», sagt Patrick Bürgi, Präsident der Genossenschaft. «Denn wir wollen nicht an ihnen vorbei planen.» Noch bleibt genug Zeit, um auf die Interessen der Mieter einzugehen: Baubeginn ist frühestens 2016.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1