Dieter Martin erhielt 1205 Stimmen, sein Herausforderer, Gemeinderat Linus Egger (CVP), kam auf 843 Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 44,6 Prozent. «Es war ein langer Wahlkampf, und ich bin dankbar, dass es für mich gut ausgegangen ist», so Dieter Martin.

Er bekräftigte seine Absicht, die er schon im Wahlkampf geäussert hatte: Er werde nur noch zwei Jahre Gemeindeammann sein. «Ich werde Ende 2019 zurücktreten.» Grund dafür ist das neue Gemeindeführungsmodell, das in den kommenden Monaten erarbeitet wird. Darin wird unter anderem die Frage geregelt, mit welchem Prozent-Pensum der Gemeindeammann künftig angestellt sein wird. «Ich werde die Diskussion moderieren, selber aber nicht mehr vom neuen Reglement betroffen sein. Die neutrale Haltung, die ich in dieser wichtigen Frage einnehmen kann, gab womöglich an der gestrigen Wahl den Ausschlag zu meinen Gunsten.» In seiner restlichen Amtszeit – er ist seit 2014 Gemeindeammann – will sich Dieter Martin dafür einsetzen, dass die Standortattraktivität Obersiggenthals trotz finanzieller Schwierigkeiten erhalten bleibt.

Egger: «Es ist wie im Sport»

Im ersten Wahlgang im September hatte Dieter Martin das absolute Mehr nicht erreicht. Sein damaliger Herausforderer, der parteilose Franz Mesey, verpasste allerdings den Sprung in den Gemeinderat und durfte sich darum gestern nicht mehr zur Wahl stellen. Stattdessen liess sich Gemeinderat Linus Egger (CVP) aufstellen, der im ersten Wahlgang noch nicht kandidiert hatte. Linus Egger sagte zu seiner Wahlniederlage: «Eine gewisse Enttäuschung ist vorhanden. Es ist wie im Sport: Wenn man antritt, will man gewinnen.» Er ging davon aus, dass das Ergebnis knapper ausfallen würde. «Aber die linken Parteien haben mehrheitlich meinen Konkurrenten unterstützt.»

Vorwerfen könne er sich wenig, sagt Egger: «Ich habe der Bevölkerung mit meiner Kandidatur eine Auswahl ermöglicht. Nun hat es nicht für die Wahl gereicht, das akzeptiere ich.» Seine Konzentration gelte ab sofort wieder zu einhundert Prozent den Aufgaben im Gemeinderat, sagt der Finanzvorsteher. Er erwarte nun, dass das neue Verwaltungsmodell so schnell wie möglich erarbeitet werde, «damit der im Volk gewünschte Neuanfang Tatsache werden kann».

Der Wahlkampf zwischen den beiden Gemeinderatskollegen verlief teils emotional. Martin warf Egger unsauberes Verhalten vor, weil er erst im zweiten Wahlgang antrat. Egger erklärte, es sei sein demokratisches Recht, in das Rennen einzusteigen. «Ich hoffe, dass wir den Wahlkampf nun abschliessen können und eine Zusammenarbeit haben werden, die auf Respekt und Unterstützung beruht», sagte Dieter Martin gestern. Und sein Gemeinderatskollege Egger sagte: «Von meiner Seite steht einer guten Zusammenarbeit nichts im Weg.»