Konzert
Sinfonia Baden: Der neue Dirigent stellt sich vor

Roman Blum dirigiert das erste Konzert mit der Sinfonia Baden – und macht neugierig.

Elisabeth Feller
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Die Brugger Fagottistin Valeria Curti beim Einstiegskonzert des Dirigenten Roman Blum mit der Sinfonia Baden.

Die Brugger Fagottistin Valeria Curti beim Einstiegskonzert des Dirigenten Roman Blum mit der Sinfonia Baden.

Susanne Venditti

Wie ist er denn, der Neue? Das Publikum will es wissen und strömt in den Trafosaal zum ersten Konzert der Sinfonia Baden unter der Leitung von Roman Blum: Er ist der Nachfolger der Dirigentin Felicitas Gadient, die im vergangenen Juni nach vielen Jahren erfolgreichen Wirkens zurückgetreten ist. Blum ist ein Musiker aus der Region Baden mit mannigfacher Erfahrung als Klarinettist, unter anderem in Kammermusikformationen und Orchestern, sowie als Pädagoge und Dirigent. Mit der Sinfonia Baden steht er nun einem in letzter Zeit verjüngten Klangkörper vor, der mit Felicitas Gadient engagiert auf Spurensuche nach unbekannterem Repertoire ging.

Wie gestaltet Roman Blum seinen Einstieg bei der Sinfonia? Mit Klassikern wie Carl-Maria von Weber (Ouvertüre zur Oper «Peter Schmoll»), Wolfgang Amadeus Mozart (Fagottkonzert), Franz Xaver Süssmayr (Sinfonia «Il turco in Italia») und Franz Schubert (Sinfonie Nr. 3): ein schönes Programm mit anspruchsvollen Aufgaben. Erster Eindruck: Roman Blum setzt auf eher gemässigte Tempi und dosierte Akzente, die man sich – bei Schubert – in den bewegten Sätzen noch entschiedener gewünscht hätte.

Solistin Valeria Curti überrascht

Noch wackelt es mitunter auch bei der Koordination, etwa bei schnellen Streicher- und Bläserfigurationen. Immerzu spürbar ist aber der Respekt, den beide Partner voreinander haben. Nur erscheint dieser ab und an so gross, dass manches nicht nur behutsam, sondern (zu) vorsichtig erklingt. Immer muss man das Wörtchen «noch» hinzudenken, denn Orchester und Dirigent stehen erst am Anfang; noch muss Blum die Qualitäten und damit auch die Repertoiremöglichkeiten des Orchesters ausloten.

Ausgesprochen einnehmend ist das Miteinander bei Mozarts Konzert für Fagott und Orchester B-Dur. Für dieses Kernstück der Fagottliteratur hat Roman Blum die Brugger Solistin Valeria Curti gewonnen. Ein Glücksfall, weil die 22-jährige Musikerin zeigt, welche Möglichkeiten ihr Instrument bezüglich Beweglichkeit, Tonumfang und Klangformung besitzt. Valeria Curti spielt diese Mozart-Komposition mit ihrem von zahlreichen Registerwechseln durchsetzten Figurationsreichtum innerhalb des Kopfsatzes mit stupender Leichtigkeit und im lyrischen Mittelsatz mit feinen Klangschattierungen – und überrascht damit wohl manche Hörer von der Gesanglichkeit des Fagotts. Analog zur Solistin gestaltet auch das Orchester seinen Part variabel und sensibel.

Fazit: Die Partnerschaft zwischen Dirigent Roman Blum und der Sinfonia Baden macht neugierig auf künftige Konzerte.

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