Sinfonia Baden lädt für diese Konzertsaison zu musikalischen Begegnungen mit jungen Solisten und einer Auseinandersetzung mit «vergessenen» Sinfonien ein. Der Auftakt, die «Expedition eins» mit dem jungen, aus Wettingen stammenden, Cellisten Michael Michitaro Luginbühl, bescherte den zahlreich erschienen Zuhörern in der Trafohalle wunderbare Klangerlebnisse.

Die erste Cellistin der Sinfonia Baden, Nadia Kula, war einst Lehrerin eines hoch talentierten jungen Mannes, den sein Weg mittlerweile ins Ausland geführt hat. Sie schlug der musikalischen Leiterin, Felicitas Gadient vor, diesen als Solisten für ein Konzert mit Sinfonia Baden zu verpflichten. Gadient hörte sich Michael Michitaro Luginbühl an und war begeistert. So kam das Engagement zustande. Der junge Cellist gewann 2010 einen international begehrten Studienplatz an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, wo er seither bei renommierten Lehrern studiert. Er ist Gewinner einer Reihe von nationalen und internationalen Preise.

Das Leiden an der Welt

Für das Badener Konzert wählte Luginbühl das Konzert für Violoncello und Orchester in e-Moll, op. 85 von Edward Elgar. Zu Beginn hörte man nur das Violoncello des Solisten, das einen melancholischen Klangteppich legte. Behutsam nahm das Orchester die traurigen Weisen auf, teilweise in einer Art Zwiesprache mit dem Solisten, dem die sparsame Orchestrierung viel Raum liess. Hin und wieder änderte die Klangfarbe, setzte optimistische Tupfer in das musikalisch umgesetzte Leiden an der Welt. Es war eindrücklich, mit wie viel Gefühl und Inbrunst Luginbühl spielte. Im Gespräch erläuterte er: «In der Probearbeit mit Sinfonia Baden habe ich gespürt, wie viel Liebe alle Beteiligten für die Musik empfinden. Das hat eine ganz eigene positive Energie entwickelt.» Das Publikum hörte ergriffen zu, der Applaus am Ende wollte nicht aufhören. Als Zugabe bot Luginbühl «Das Lied der Vögel» von Pablo Casals. Er habe es als Gebet für die Welt ausgewählt, erzählte er nach dem Konzert, als Reaktion auf den Terrorakt in Paris.

Gute Vorbereitung

Das Lob, das Luginbühl an Sinfonia Baden richtete, war berechtigt, denn Gadient hatte die Mitwirkenden bestens auf das anspruchsvolle Programm vorbereitet. Gespielt wurde Henry Purcells Trompeten-Ouvertüre zum dritten Akt der Oper «The Indian Queen» und mehrere Stücke von Arthur Sullivan. Auch hier war das Publikum begeistert.

Die weiteren «Expeditionen» folgen nächstes Jahr. «Expedition zwei» am Freitag, 11. März 2016, in der Stadtkirche Baden mit der Schweizer Geigenhoffnung Elea Nick. Am 10. Juni 2016 folgt dann «Expedition drei» um 20 Uhr im Kurtheater Baden. Mit von der Partie sind dann Andrea und Christina Staudenmann sowie Simon Popp, allesamt Geförderte im Begabtenförderprogramm des Kantons Aargau.