Baden
Skurrile Figuren erzählen im Gluri-Suter-Huus vom alltäglichen Übel

Diese Puppen sind nichts für Kinder. Aber mit den richtigen Handgriffen erhalten die Fratzen einen besonderen Charme. Die Satire «Pandoras Jukebox» unterhält im Gluri-Suter-Huus mit vulgärer Sprache und Wortwitz.

Barbara Scherer
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Puppentheater in Baden
6 Bilder
Wortwitz und Gestik amüsieren das Publikum
Alltägliche Probleme werden thematisiert
Jede Puppe bekommt von Kathrin Bosshard ihren ganz eigenen Charakter
Virtuos begleitet Gabriel Meyer das Stück
Gabriel Meyers Figur spricht nur in unverständlichen Lauten

Puppentheater in Baden

Barbara Scherer

Dunkelheit – langsam wird im heller werdenden Scheinwerferlicht eine bunt bemalte Kiste sichtbar. Plötzlich fliegt der Deckel mit einem lauten Knall davon. Der Bühnenraum im GluriSuter-Huus in Baden füllt sich mit Rauch und skurrile Figuren erwachen an diesem Freitagabend zum Leben.

Geschickt und mit vollem Körpereinsatz spielt Kathrin Bosshard mit verschiedenen Puppen, während Gabriel Meyer mit bizarrer Maske das Stück musikalisch begleitet. Doch dieses Puppentheater ist nichts für Kinder, mit sarkastischen Wortspielen und teilweise vulgärer Sprache ist das satirische Stück «Pandoras Jukebox» für Erwachsene konzipiert.

Thematisiert werden alltägliche Probleme mit viel Witz und oftmals einem zynischen Unterton. «Es ist ein autobiografisches Stück über Themen, die uns beschäftigen», sagt Kathrin Bosshard. Dabei schlüpft die Künstlerin in verschiedene Rollen und verleiht jeder Puppe ihre ganz eigenen Charakterzüge. Von der zartbesaiteten Katze über die schrullige Kröte und den naiven Hund bis hin zum revolutionären Baby, jede Puppe unterscheidet sich in Sprache und Bewegung.

Gabriel Meyer bleibt stets in der gleichen Rolle, ein wortkarges, sich nur mit Tönen verständigendes Wesen namens Max. Dieser ist dafür ein Virtuose und wechselt gekonnt von der Ukulele zur Gitarre. Sprechend, singend, selbst tanzend behandeln die beiden Künstler Themen wie Bildungsreformen, Vegetarismus und Beziehungsschwierigkeiten. Dabei sorgen sie mit Mimik und Wortspielen für viele Lacher.

Ansehnlich sind die Puppen nicht, doch mit den richtigen Handgriffen erhalten die Fratzen einen besonderen Charme. «Wir zeigen, wie etwas Urchiges, Unschönes plötzlich ganz fein und beweglich wird und sich zu etwas Schönem wandeln kann», sagt Gabriel Meyer. Im Sinne des Titels «Pandoras Jukebox» orientiert sich das Stück an dem Mythos der unheilvollen Büchse der Pandora. Wer diese öffnet, lässt alles Unheil in die Welt, doch ganz zuletzt kommt die Hoffnung nach. «Wir wollten etwas überhöht Probleme aufzeigen, die durch die Hoffnung überwunden werden können», sagt Kathrin Bosshard. Entstanden sei das Stück aus einzelnen Improvisationen. Zum Schluss haben die beiden Künstler Andrea Schulthess als Regisseurin mit einbezogen.