Der «Advent im Kurtheater» gehört in den Badener Veranstaltungskalender wie das Salz in die Suppe. Mittlerweile begleiten Mütter ihre Sprösslinge, die als Kinder selber die Vorstellungen besuchten. «Für uns ist das niederschwellige vorweihnachtliche Angebot mit 30-minütigen kostenlosen Theateraufführungen eine gute Gelegenheit, wieder einmal das ganz junge Publikum der rund 4- bis 10-Jährigen anzusprechen», meint Organisatorin Katja Stier. «Eine Generation, die man sonst nur wenig in unserem Haus sieht.»

Weil das Kurtheater mitten im Umbau steht und bis zur Fertigstellung 2020 nicht bespielt werden kann, findet der vom Verein Freunde Kurtheater Baden initiierte «Advent» wie alle anderen Vorstellungen ausser Haus statt. Gestern ist das Zürcher Theater Kolypan im Schweizer Kindermuseum aufgetreten. Schauspielerin Fabienne Hadorn und Musiker Gustavo Nanez haben den Brüder-Grimm-Klassiker Rotkäppli gründlich entstaubt und daraus eine eigene, witzig-freche und vor allem sehr rockige Version gemacht. Die Hauptfigur trifft im märchenhaften Kartonwald wohl auf den hinterlistigen Wolf. Aber sie überwindet dank Michael-Jackson- und Queen-Songs ihre Angst und findet so unversehrt den Weg zur kranken Grossmutter. Klingt schräg — und ist es auch. Das Theater Kolypan war mit seinem unkonventionellen Rotkäppli schon einmal am Advent im Kurtheater zu Gast. Und begeisterte das junge Publikum derart, dass Katja Stier die Produktion wieder nach Baden holte.

Leuchtturm sucht Freund

Am 10. Dezember, um 18 Uhr, wird die kleine Bühne mit der Tonanlage ins Historische Museum Baden gezügelt. Sven Mathiasen, Co-Leiter des Figurentheaters Wettingen, bringt in seinem Objekttheater «Leuchte Turm, leuchte» die Geschichte eines Leuchtturms zur Aufführung, der sich aus Einsamkeit auf die Suche nach seinem besten Freund, dem Leuchtturmwärter macht. Denn diesen hat beim Anblick der schönen Eleonora die Sehnsucht nach der grossen weiten Welt gepackt. Ob Kisten, Thermoskanne oder Glocken: Alles bekommt in diesem Stück eine neue Bedeutung. Mathiasen vermag es, den Nachwuchs mit einfachsten Mitteln in den Bann zu ziehen. Und das ist gemäss Stier oft schwieriger, als einen Sack Flöhe zu hüten. «Es braucht eine starke Bühnenpräsenz, um Kinder zu faszinieren. An dieser Aufgabe sind schon gestandene Profis gescheitert.»

Leuchtgans will in die Ferien

Die letzte Vorstellung von «Advent im Kurtheater ausser Haus» vom 17. Dezember, um 18 Uhr, findet in der Stadtbibliothek Baden statt. Christine Faissler vom Theater Fallalpha nimmt ihren Geschichtenkoffer mit.

Das Gepäcksstück ist voller Geheimnisse und eigenartiger Wesen. Eines davon ist «Paula, die Leuchtgans», die gerne in die Ferien fliegen möchte. Leider ist sie nur eine Plastikgans und hängt mit dem Kabel an der Steckdose. Um zu erzählen, wie sie es trotzdem ans Meer schafft und dabei sogar eine Ehrenmedaille erhält, braucht Faissler lediglich die Leuchtgans, ihren Plattenspieler und einen Orangenflip. Für die kleinen Zuschauer gibt es Sitzkissen, für die Erwachsenen Stühle.