Der Geruch von Pommes frites hängt in der Luft, treibende Gitarren und Klänge eines Banjos erfüllen das Fjord beim Nordportal. Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen, man sei in einem Saloon irgendwo in den Weiten der Vereinigten Staaten von Amerika. An der Bar sitzt ein Mann mit weissem Cowboyhut, auf der Bühne dominiert ganz in Johnny-Cash-Manier die Farbe schwarz. Nur der Mann am Banjo sticht durch sein Truckercap und das Flanellhemd heraus und verleiht dem wilden Treiben im Schweinwerferlicht eine Hillbilly-Atmosphäre.

Obwohl das Konzert alles andere als ausverkauft ist, herrscht eine gute Stimmung. Immer wieder animiert Sänger und Gitarrist Lt. Slam das Publikum zum Mitsingen. Unverkennbar sind die mehrstimmigen Gesangspassagen, die der Musik von Slam & Howie eine ganz eigene Note verleihen. Kombiniert mit Schlagzeug, Banjo und Mandoline ergibt dies eine explosive Mischung. Dem Publikum wird schnell klar: Ein wenig verrückt sind die fünf Jungs schon. So bahnt sich der Sänger seinen Weg durchs Publikum und steigt auf den Tisch, um dort einen Song zum Besten zu geben. Derweil schnappt sich der Schlagzeuger ein Waschbrett und springt wild darauf eindreschend auf der Bühne herum. Auch die an Comedy erinnernden Ansprachen zwischen den einzelnen Liedern machen das Konzert zu einem aussergewöhnlichen Erlebnis.

Technisch hochstehend

Die Jungs geben richtig Gas, die immense Spielfreude ist ihnen klar anzusehen. Trotzdem kommt das Ganze technisch hochstehend daher. Kein Wunder, denn die Berner haben lange Bühnenerfahrung – rund 100 Konzerte spielen sie pro Jahr und mit «Sons of Ancient Times» haben Slam & Howie and the Reserve Men bereits ihr fünftes Album veröffentlicht. Dabei haben sie ihren ganz eigenen Stil kreiert. Zwischen County und Rock ’n’ Roll mischen sich Einflüsse aus Bluegrass und punkigem Speed-Folk der Marke Dropkick Murphys. Blitzschnelle Solos wechseln sich ab mit schnörkellosen und bodenständigen Klängen – vor dem inneren Auge zieht die Prärie des Wilden Westens der Vereinigten Staaten vorbei.