«Die Poeten sollen etwas, das irgendwie mit der Schweiz in Verbindung gebracht werden kann, vortragen und dabei das Publikum unterhalten», sagt Simon Libsig, Organisator des Anlasses und selbst Slam-Poet. Witz und Unterhaltung sollen im Vordergrund stehen, wobei natürlich auch kritische Stimmen erwünscht sind, die zum Nachdenken anregen.

Kleine Revolution in der Schweiz

In zwei Durchgängen traten fünf Künstler zweimal auf, der Singer-Songwriter Trummer aus Bern machte mit seiner akustischen Gitarre den Anfang. Mit Liedern über die Liebe und Sehnsüchte auf der Molltonleiter sorgte er für melancholische Stimmung. Eingeladen waren zwei SlamPoeten der ersten Generation, Richi Küttel und Etrit Hasler.

Während Küttel Anekdoten vom schweizerischen Stammtisch humorvoll vortrug, blieben die Erzählungen von Hasler sehr kritisch mit bissigem Humor. Mit seinem Ostschweizerdialekt analysierte er die kleine Revolution in der Schweiz, die durch den Arabischen Frühling ausgelöst wurde. So seien doch auch kleine Veränderungen ein Anfang, statt einen Diktator zu stürzen, wähle man in der Schweiz erst mal Grünliberale. Eloquent und mit viel Sarkasmus brachte er das Publikum zum Lachen, dann wurden die Gesichter ernst.

Kabarettist Viktor Vögeli über die «Lage der Nation»

Kabarettist Viktor Vögeli über die «Lage der Nation»

Der Kabarettist Viktor Vögeli in Anzug und Krawatte sorgte zwischendurch für Auflockerung. Mit vielen amüsanten Versprechern redete er über die Schweiz und ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Allerdings versteckte sich auch bei Vögeli in manchem Versprecher eine Kritik an der Lage der Nation.

Die tierische Seite des Menschen

«Nur Slam-Poeten wollte ich nicht, die Mischung macht es aus», sagte Libsig über die Wahl der verschiedenen Künstler. Auch Libsig selbst trat auf und erzählte über die tierische Seite der Menschheit. Im zweiten Durchgang wechselte er das Thema und erzählte von der Kindheit in der Schweiz in Reimform. Wie beliebt der Anlass war, zeigte sich an den vielen Zuschauern, die gekommen waren. «Manchmal bleiben auch Leute auf der Hochbrücke stehen und hören zu», sagt Libsig.