Baden

So harmonieren das Kurtheater und der Park nach dem Umbau

Im denkmalgeschützten Sachs-Foyer erklärt Stadtführerin Ursula Dietrich, was der Umbau alles verändert.

Im denkmalgeschützten Sachs-Foyer erklärt Stadtführerin Ursula Dietrich, was der Umbau alles verändert.

Eine Baustellenführung zeigt, wie das Badener Kurtheater architektonisch zurück zu seinen Ursprüngen findet.

Auf dem mit Kunststoff bedeckten Boden liegen Kabel, leere Farbeimer und Werkzeugkasten. Zehn Monate sind seit dem Spatenstich für den Umbau und die Erweiterung des Badener Kurtheaters vergangen. Das Theater ist seit April 2018 geschlossen, wurde seither komplett renoviert und durch eine Hinterbühne mit Aufbau sowie einem Foyer-Anbau erweitert.

«Die Stadt Baden besitzt seit über 350 Jahren ein Theater und somit das erste schweizweit», sagt die Badener Stadtführerin Ursula Dietrich. Am Samstag führte sie die Öffentlichkeit während einer Stunde durch die Baustelle im Kurtheater. Im Jahre 1952 konnte sich Lisbeth Sachs, eine der ersten ETH-Absolventinnen, bei einem Architektur-Wettbewerb für den Neubau des Theaters gegen ihre männlichen Konkurrenten durchsetzen. Dabei war ihr wichtig, dass die Ästhetik des Theaters möglichst naturnah und farbig und somit in Harmonie mit dem gegenüberliegenden Park lag. 70 Jahre später soll der Umbau den Ideen der Architektin wieder gerecht werden: «Die neuen Wandfarben im Eingangsbereich erscheinen in einem zitronengelb, und auch die Farbe der Böden sollen stimmig sein», so Dietrich.

Ästhetische und praktische Veränderungen im Kurtheater

«Die Vergrösserung und die Vertiefung des Bölsterli-Foyers ist daran zu erkennen, dass beim Betreten des Raumes das Gefühl entsteht, als sei man im Kurpark drin», sagt Dietrich. Die Erweiterung des Foyers führe ausserdem dazu, dass man direkt ins gegenüberliegende Sachs-Foyer blicken kann und somit eine Verbindung zwischen den beiden Glasräumen geschaffen wird. Auch die Fensterfassade des Foyers sei weiter in die Höhe gezogen worden, sodass mehr Sonnenlicht den Raum durchfluten lässt. Die Stadtführerin weist nicht nur auf die ästhetischen Veränderungen durch den Umbau, sondern auch auf einige praktische hin: «Das ganze Haus erhält eine Wärmedämmung, wird rollstuhlgängig und erdbebensicher.» Für die Theaterbesucher- und Besucherinnen werden sich die breiteren Platzverhältnisse im Theatersaal bemerkbar machen.

Eröffnungsfeier findet Mitte Oktober statt

Die ersten Termine für das neue Haus stehen bereits fest: Die Eröffnung findet vom 14. bis 18. Oktober statt. Die Wiedereröffnung wird mit Theatervorstellungen, Führungen durchs Haus und einem grossen Fest gefeiert. Seit vergangenem Herbst plant der neue künstlerische Direktor des Kurtheaters, Uwe Heinrichs, das neue Theaterprogramm für die Saison 2020/21.

Das Kurtheater Baden ist das grösste Theater im Kanton Aargau und zudem die einzige «Vollbühne» mit Orchestergraben. Mit 76 Prozent Ja-Stimmen stimmte das Badener Volk im März 2013 dem Um- und Erweiterungsbau des Kurtheaters zu. Die Gesamtkosten von fast 34,5 Millionen Franken werden von der Einwohnergemeinde Baden, dem Kanton Aargau, der Gemeinde Wettingen, den Gemeinden des Verbundes Baden Regio und von privaten Gönnern finanziert.

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