Baden
So reagiert die Bevölkerung auf die Asylunterkunft «La Capella»

Mitte Juli wurde bekannt, dass der Kanton 100 Asylsuchende im ehemaligen Hotel "La Cappella" unterbringen wird. Am Mittwoch wurden die Anwohner über den Einzug im September informiert.

Drucken
Teilen
Im «La Cappella» ziehen im August rund 100 Asylbewerber ein. Alex Spichale

Im «La Cappella» ziehen im August rund 100 Asylbewerber ein. Alex Spichale

Alex Spichale

Mehr als hundert Personen drängten sich am Mittwochabend in die Aula des Schulhauses Kappelerhof in Baden. Es kamen so viele Personen, dass die Veranstaltung in der Aula via Lautsprecher in den Vorraum und die Treppen übertragen wurde.

Stadtamman Geri Müller und Regierungsrätin Franziska Roth gaben Auskunft zur Asylunterkunft im ehemaligen Hotel "La Capella". Ab September bringt der Kanton dort asylsuchende Männer aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und Somalia unter. Der Badener Stadtrat steht der Unterbringung im "La Capella" positiv gegenüber.

Bereits im Vorfeld der Informationsveranstaltung wurde aber über die Unterkunft rege diskutiert. Vor allem, weil direkt gegenüber eine Primarschule gelegen ist. Quartiervereinspräsidentin Cornelia Haller sagte im Juli gegenüber der az: "Ich denke, es gehört zur Aufgabe unserer Gesellschaft, Asylbewerbern einen Platz anzubieten, wenn sie bereits in unserem Land sind. Jedoch sollte eine Art Rayonverbot bei der Primarschule ausgesprochen werden."

Kein Rayonverbot

Stadträtin Regula Dell'Anno widersprach damals der Quartiervereins-Präsidentin: "Es wird kein Rayonverbot geben. Wie in allen Unterkünften werden die Bewohner von den Betreuungspersonen angehalten, die Verhaltensregeln einzuhalten." Dieser Punkt sorgte bei der Informationsveranstaltung vom Mittwoch erneut für Diskussionsstoff. Kritisiert wurde eine mangelhafte Information der Bevölkerung im Vorfeld und dass die Veranstaltung in den Ferien stattfindet.

An der Veranstaltung waren gemäss SRF jedoch hauptsächlich positive Reaktionen zu hören. Die meisten Bewohner waren davon überzeugt, dass das Zusammenleben mit den Asylsuchenden funktionieren wird. Ein Anwohner meinte, dass Probleme zwar auftauchen würden, man diese aber sicher lösen könne.

Auch seitens der Behörden ist man optimistisch. Aus der inzwischen geschlossenen Asylunterkunft im Kantonsspital Baden habe man viel gelernt und mehrheitlich gute Erfahrungen gemacht. (ngü)