Schulhausplatz
So rüstet sich die Stadt Baden für die Bauzeit

Morgen in einer Woche beginnen die Bauarbeiten für ein Jahrhundertprojekt Schulhausplatz. Der Umbau beschäftigt Ambulanz, Feuerwehr, RVBW, Taxichauffeure und Lieferdienste. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Pirmin Kramer und Roman Huber
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Nur noch wenig Zeit Vorbereitungszeit bleibt bis zum Baubeginn am Schulhausplatz. Alex Spichale

Nur noch wenig Zeit Vorbereitungszeit bleibt bis zum Baubeginn am Schulhausplatz. Alex Spichale

Alex Spichale

Morgen in einer Woche beginnen die Bauarbeiten für ein Jahrhundertprojekt – den Neubau des Badener Schulhausplatzes. Für fast 100 Millionen Franken wird die Strassenkreuzung erneuert, unter anderem wird ein unterirdischer Bustunnel gebaut. Während der Bauzeit gilt ein spezielles Verkehrsregime, so ist die Hochbrücke in Richtung Wettingen für Autos gesperrt.

Die Bauarbeiten stellen Ambulanz, Feuerwehr, Busse, Taxi-Unternehmen und einige Gewerbetreibende auf die Probe. Sie haben Massnahmen ergriffen, um ihre Aufgaben auch während der Bauarbeiten wahrnehmen zu können.

«Wir werden mit der Ambulanz vermehrt auf die Autobahn fahren, um über Neuenhof nach Baden und Umgebung zu gelangen», sagt KSB-Sprecher Marco Bellafiore. «Um in den Kappelerhof zu gelangen, werden wir vermehrt den Weg über Gebenstorf wählen. Es geht in erster Linie darum, die Mellingerstrasse zu umfahren.»

Feuerwehr ist zuversichtlich

«Wenn wir mit dem Feuerwehrauto und Sondersignal unterwegs sind, erwarten wir keine grösseren Schwierigkeiten, denn wir können die Notfallspur benutzen», sagt der Badener Kommandant Florian Immer.

Das Magazin stehe in Dättwil – bei Stau in Richtung Innenstadt fahre man über die Autobahn und die Ausfahrt Neuenhof nach Baden. «Eine Schwierigkeit ist vielmehr, wie die Feuerwehrleute bei Alarm durch den Stau zum Feuerwehrmagazin gelangen. Wir haben beschlossen, dass sich die Feuerwehrleute auch in Ennetbaden versammeln können. Dort stehen zwei Personentransportfahrzeuge sowie ein Tanklöschfahrzeug mit Blaulicht zur Verfügung, um nach Dättwil oder an den Schadenplatz zu fahren. Wir sind zuversichtlich, auf diese Weise die vorgegebenen Einsatzzeiten mehrheitlich einhalten zu können.»

Die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden Wettingen (RVBW) wollen auf alle möglichen Fälle vorbereitet sein und haben diverse Massnahmen ergriffen.

Direktor Stefan Kalt: «Beispielsweise haben wir zusätzliche Busse gemietet, die zum Einsatz kommen könnten, falls die regulären Busse voll besetzt sind oder der Verkehr an einer Stelle zum Erliegen kommt. Ebenso haben wir zusätzliches Personal aufgeboten etwa für den Kundendienst.»

Es sei schwierig abzuschätzen, wie sich die Bauarbeiten auf die Fahrgastezahlen auswirken werden. Falls es viel Stau gibt, könnte eine Reaktion der Leute auch sein, die Wartezeit lieber im eigenen Auto zu verbringen als im Bus.»

Für Roland Wunderli, Chef der Badener Taxi AG ist es ebenfalls schwierig abzuschätzen, welchen Einfluss die Bauarbeiten haben: «Es besteht die Chance, dass wir profitieren, denn unser Vorteil ist, dass Taxis seit einigen Jahren die Schiefe Brücke benutzen dürfen, die für Autos gesperrt ist. Gleichzeitig existiert auf der Mellingerstrasse Richtung Kantonsspital eine Taxispur. Grundsätzlich profitiert vom speziellen Verkehrsregime der sowieso schon subventionierte Busverkehr.»

Lieferdienst wird aufwendig

Vom Verkehrsregime während der Bauzeit sind auch Gewerbetreibende betroffen, die auf einen Lieferdienst angewiesen sind. «Mit der Bauerei haben wir in den sauren Apfel zu beissen», sagt Thomas Müller von der Metzgerei Müller.

Um für Lieferungen oder Catering nach Wettingen zu gelangen, müsse er zusätzliche Zeit einplanen. Dass die Forderung, gewisse Fahrverbote wie zum Beispiel durch die Zürcherstrasse temporär aufzuheben, kein Gehör gefunden habe, verstehe er nicht.

Nach der Neugestaltung der Weiten Gasse werde es für die dortigen Ladengeschäfte erneut eine Einbusse geben, ist Müller überzeugt. «Der Wochenmarkt ist nicht mehr vor unserer Tür, dafür der gesamte Bus- und Postautoverkehr stadtauswärts Richtung Hochbrücke, meint Thomas Müller mit zynischem Unterton.

Dennoch fügt er an: «Ich gehe diesen zwei Jahren pragmatisch entgegen.» Er zähle auf seine Stammkundschaft. Seine kritische Frage lautet: «Was wird nach diesen zwei Jahren sein? Wie holen wir die verlorene Kundschaft wieder nach Baden?»