Bäderstadt
So sieht das Bäderquartier der Zukunft aus

In Baden gewährt eine neue Stadtführung Einblick in die Gegenwart und in die Zukunft des Bäderquartiers. Ab November wird die Führung durch «Die stetigt bewegte Bäderstadt» angeboten.

Erna Lang-Jonsdottir
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Führung durch das Bäderquartier in Baden
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Die Stadtführung gewährt Einblick ins Inhalatorium.
Stefanie Eilsberger, Silvia Hochstrasser, Christine Zehnder (v. l.).
Mit dem Botta-Projekt wird der Kurplatz vergrössert.
Ein Raunen vor lauter Staunen geht durch die Runde, als die Studenten das Atrium Hotel betreten.
Keine kalten Füsse auf der heissen Platte.

Führung durch das Bäderquartier in Baden

Erna Lang-Lonsdottir

Langsam verzieht sich der Nebel im Bäderquartier. Im Mättelipark stehen die Leiterin Stefanie Eilsberger und die Stadtführerin Silvia Hochstrasser, beide von Info Baden, sowie Christine Zehnder von der Verenahof AG.

Sie warten auf zehn Studenten des Fachs Freizeit- und Tourismuswirtschaft der Fachhochschule Brugg und deren Professorin für Stadt- und Regionalökonomie Andrea Kampschulte. Gemeinsam werden sie in Form einer Pilotführung durch «Die stetig bewegte Bäderstadt» schlendern - die neue Stadtführung, die ab November im Angebot der Stadt steht. Eine Stadtführung, die über den Wandel des Bäderquartiers informiert, sich aber auf die aktuelle und künftige Entwicklung des Viertels konzentriert.

Verschlafenes Viertel im Wandel

«Das Badener Heilwasser ist ein Gottesgeschenk», sagt Hochstrasser. Seit über 2000 Jahren sprudle das Wasser aus dem Boden. «Was wird nun kommen?», baut sie die Spannung auf. Doch bevor sie das Rätsel auflöst berichtet Hochstrasser über die Römer und die Habsburger, über die Belle-Epoque und die Spanischbrötli. Vom Mättelipark geht es zum Römerhof. Sie zeigt, wo das neue Thermalbad gebaut werden soll und verrät, dass der Römerhof zwar abgerissen, die 300 Jahre alte Türe jedoch bewahrt werde.

Sie betont, dass alles, was von den archäologischen Grabungen erhalten werden könne, im neuen Thermalbad präsentiert werde. «Es wird nicht alles unter einer Betondecke verschwinden», unterstreicht Christine Zehnder. Hochstrasser ergänzt: «Andrea Schaer, Grabungsleiterin der Kantonsarchäologie, hat treffend gesagt, das wir mit der Vergangenheit in die Zukunft gehen müssen.» So laute auch das Motto dieses Rundgangs.

150 Liter pro Minute

Wie sich das Bäderquartier entwickeln soll, wo Hotels entstanden sind und welche Firmen sich bereits im Bäderquartier niedergelassen haben, ist Gegenstand der Erklärung, als es auf den Weg zum Kurplatz geht. Verwundert blicken die Studenten auf den Boden, als Hochstrasser fragt, ob sie die Wärme spüren. «Sie stehen auf der heissen Platte. Unter ihnen laufen 150 Liter pro Minute mit 47 Grad heissem Wasser durch die Leitungen.» Ein Blick ins Atrium Hotel Blume entzückt die Studenten. Der Schwefelgeruch wird stärker, als es ins Römerbad im Schweizerhof geht. Charmant präsentiert sich der Limmathofsaal und das Inhalatorium begeistert.

Nun zeigt Hochstrasser den Studenten ein Bild des Botta-Projekts und gibt Erklärungen dazu. Die Studenten sind sich einig: «Die Führung ist spannend. Überrascht sind wir, wie verschlafen sich die Stadt Baden heute im Bäderquartier zeigt. Schön, dass sich das ändern soll», sagen sie auf Anfrage der az Aargauer Zeitung. Hochstrasser betont: «Wir machen mit dieser Stadtführung keine Botta-Werbung, wir möchten aufklären.»