Kurz nach dem Rückzieher beim teuren Baldeggtunnel tauchte das Zauberwort Oase auf. Damit nahm der Kanton unter Baudirektor Stephan Attiger die Verkehrsplanung konzeptionell neu auf. In einem Punkt blieb das Ziel dasselbe: die Entlastung der Kernstädte Baden/Wettingen und Brugg/Windisch, wie sie in den abgebildeten Varianten verfolgt werden.

Wichtige Voraussetzungen

War bislang die Bewältigung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) das zentrale Anliegen, kommt bei der Oase der Entwicklung des öffentlichen Verkehrs (öV) sowie dem Fuss- und Radverkehr eine grosse Rolle zu.

Baden und Brugg sollen von Staus entlastet werden

Baden und Brugg sollen von Staus entlastet werden

Im angestrebten Zustand im Jahr 2040 sind alle begleitenden Massnahmen eingerechnet, insbesondere die geplanten Ausbauten auf der Schiene gemäss kantonalem Mehrjahresprogramm 2013 und der Bahn-Ausbauschritte bis 2030 gemäss Step (Strategisches Entwicklungsprogramm); dazu gehört der Kapazitätsausbau auf der Achse Aarau–Zürich.

Beim Strassenverkehr geht man vom Ausbau der Nationalstrasse zwischen Aarau-Ost und Birrfeld auf sechs Spuren aus. Den Grund- und Untervarianten hat man die Zielvorstellungen für den öV und den MIV hinterlegt, ebenso das Verkehrsmanagement für die Region Baden Wettingen mit seinen Massnahmen.

Fuss- und Radwegnetze

Indem der MIV umgelenkt wird, soll der öV auf der Strasse beschleunigt werden. In einem nächsten Schritt will man den Radverkehr gezielt fördern, ihm den notwendigen Raum und mittels Tempo-30-Zonen auch mehr Sicherheit zukommen lassen.

Weiterführende Massnahmen sind in den jeweiligen Untervarianten festgelegt, dazu gehören vereinzelt auch Bike-and-ride-Anlagen nicht nur an den Bahnhöfen, sondern vermehrt auch an wichtigen Bushaltestellen.
Die Gemeinden sind angehalten, ihre Fusswegnetze zweckdienlich auszubauen. Mit diesen Massnahmen zielt man auf das Mobilitätsverhalten. Ein wachsender Anteil des Binnenverkehrs in den Kernstädten soll gemäss Oase per Velo oder zu Fuss stattfinden.

Es hat auch Zündstoff dabei

Die Oase birgt auch einigen Zündstoff: So sehen Untervarianten die Umnutzung der Hochbrücke für Bus und Velos vor, im Klartext bedeutet es die Sperrung für den MIV. Einen Vorgeschmack davon erhält man während der Umbauzeit des Schulhausplatzes. Klar ist, dass sich die bevorstehende Neugestaltung des Schulhausplatzes nicht mehr mit den Varianten koordinieren lässt.

Als Option für einen gewissen Umkreis der Kernstädte nennt die Oase auch das Mobility-Pricing, was nichts anderes als Strassengeld für den MIV bedeutet.

Die Grundvariante Martinsbergtunnel stand schon bei der einstigen Planung der Siggenthaler Brücke in den 70er-Jahren mit direktem Durchstich in Richtung Autobahnanschluss in Dättwil zur Diskussion. Zur Entlastung von Nussbaumen wird eine Spange über die Limmat in Betracht gezogen. Eine Untervariante sieht die Sperrung der Hochbrücke für den motorisierten Verkehr vor; weiter südlich wäre dann eine neue Limmatbrücke notwendig.

Martinsbergtunnel

Die Grundvariante Martinsbergtunnel stand schon bei der einstigen Planung der Siggenthaler Brücke in den 70er-Jahren mit direktem Durchstich in Richtung Autobahnanschluss in Dättwil zur Diskussion. Zur Entlastung von Nussbaumen wird eine Spange über die Limmat in Betracht gezogen. Eine Untervariante sieht die Sperrung der Hochbrücke für den motorisierten Verkehr vor; weiter südlich wäre dann eine neue Limmatbrücke notwendig.