Region Baden
So trotzen die Schulen der Hitze – an einer Schule gibts Wasserschlachten

Mit Unterricht im Freien und mit Schwimmbadbesuchen reagieren die Lehrer auf die hohen Temperaturen.

David Rutschmann und Samuel Knecht
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im «Waldschulzimmer» oder...
beim Segelflugprojekt.

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Die Wetterprognose sieht für die restlichen Wochentage durchgehend Temperaturen über 30 Grad vor. Der Körper schwitzt, die Konzentration fällt schwer. Trotzdem: Für Schülerinnen und Schüler (und dementsprechend auch das Lehrpersonal) gibt es keine Hitzeferien. «Der Unterricht findet wie geplant statt. Einige der Klassen unternehmen diese Woche ihre Abschlussreise, auch diese werden durchgeführt», lässt Georg Ziffermayer, Leiter der Oberstufe in Baden, verlauten. Die Schulen in der Region wissen aber trotzdem, dass den Kindern und Jugendlichen bei dieser Wärme nicht das volle Programm an Unterrichtsstoff zugemutet werden kann.

An der Kantonsschule Wettingen beispielsweise wurde der für den morgigen Donnerstag vorgesehene Sporttag kurzfristig um eine Woche verschoben. «Das Bundesamt hat für Donnerstag eine Hitzewarnung ausgesprochen und rät daher davon ab, bei voller Sonneneinstrahlung Sport zu treiben», erklärt Thomas Renold von der Schulverwaltung. «Unser Sportplatz hat keine Schattenplätze, also haben wir verschiedene Überlegungen wie Beregnen der Akteure und Wettbewerbszeiten am frühen Morgen geprüft. Letztlich haben wir uns aber entschieden, den Sporttag zu verschieben.»

Vom Sportplatz abgesehen, schätzt Renold allerdings die Situation an der Kantonsschule: In den historischen Gebäuden herrsche ein «Schleppeffekt» – «Die Klostermauern sorgen dafür, dass die Hitze lange draussen bleibt. Leider bleibt sie im Umkehrschluss, wenn sie die Räume aufgewärmt hat, auch länger drinnen.» Der Park auf der Klosterhalbinsel und die nahe Limmat werden in diesen Fällen zur Abkühlung genutzt. Während an der Kanti Wettingen der Sporttag verschoben wurde, hat man sich in Spreitenbach dazu entschlossen, den für heute Vormittag geplanten Sporttag stattfinden zu lassen – «die Kinder befinden sich nicht im Dauereinsatz, sie müssen nur kurzzeitig sportlich aktiv werden. Im Ernstfall haben wir, wie jedes Jahr, Sanitäter vor Ort», so Schulleiter Roger Stiel.

Am morgigen Donnerstag, gemäss Wetterprognose heissester Tag der Woche, wird der Unterricht in Spreitenbach bereits um 15 Uhr beendet. Wie an anderen Schulen in der Region, beispielsweise an der Kreisschule Unteres Aaretal und der Schule Mellingen-Wohlenschwil, ist es dem Lehrpersonal überlassen, ob der Unterricht im Schulzimmer stattfindet oder ob sich die Klasse im Freibad abkühlen darf.

An der Schule Gebenstorf werden gar vereinzelt «Wasserschlachten» organisiert: Ein Schlauch wird ausgelegt, die Kinder können in Badekleidern planschen und danach wieder in die Schulzimmer zurückkehren. Ausserdem gehen die Lehrer mit den Schülern auch in den Wald, um den Unterricht im Grün stattfinden zu lassen. Christina Kruthoff, Hauptschulleiterin des Kindergartens und der Primarschule in Bad Zurzach, berichtet ebenfalls vom «Waldschulzimmer» und Besuchen in der Badi. Aber: «In erster Linie freuen wir uns, dass Sommer ist. Wir trotzen der Hitze und lassen keinen Unterricht ausfallen.» Die Räumlichkeiten müssten frühmorgens gut gelüftet werden, dann sei der Unterricht erträglich. Die Kinder werden zudem stets zur ausreichenden Flüssigkeitszufuhr animiert.

OBERSIGGENTHAL

Öffentliche Brunnen werden vorübergehend abgestellt

Unter anderem infolge der Hitze wurden die öffentlichen Brunnen im Weiler in Obersiggenthal-Tromsberg vorübergehend abgestellt. Wie die Gemeinde mitteilt, hat die Ergiebigkeit der Quelle für die Trinkwasserversorgung aufgrund der beiden vorangegangenen, niederschlagsarmen Jahre nachgelassen. Gleichzeitig führen die derzeitigen, heissen Temperaturen sowie die Bevölkerungszunahme zu einem Anstieg des Verbrauchs. Die Wasserversorgung ist technisch zwar jederzeit in der Lage, genug Trinkwasser in Tromsberg bereitzustellen. Der Wassertransport vom Grundwasserpumpwerk Aesch nach Tromsberg ist jedoch mit erheblichem Aufwand und Energieverbrauch verbunden und ist dementsprechend unwirtschaftlich. Durch das Abstellen der Brunnen kann die derzeitige, geringfügig negative Bilanz zwischen Quellertrag und Wasserverbrauch in Tromsberg ohne Zusatzaufwand aufgefangen werden, schreibt die Gemeinde. (AZ)

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