Bezirke Baden und Zurzach

So viel kostet das Skilager für Eltern je nach Wohnort

So viel von den Kosten müssten Eltern je nach Wohnort übernehmen, wenn sie ihre Kinder ins Skilager schicken.

So viel von den Kosten müssten Eltern je nach Wohnort übernehmen, wenn sie ihre Kinder ins Skilager schicken.

Bei freiwilligen Skilagern ihrer Kinder werden Eltern nicht immer gleich unterstützt.

Wenn in diesen Wochen die Kinder aus der Region in ihre Schneesportlager reisen, dann werden sie mit besonderen Erinnerungen zurückkommen, die sie oft ein Leben lang prägen. Unbestritten sind auch die positiven Aspekte des Schneesports, der auch eine Tradition oder gar ein Stück Schweizer-Sein bedeutet.

Unterschiedlich hingegen werden die Kosten sein, die die Eltern für die jeweiligen Lager bezahlt haben. Je nachdem, in welcher Gemeinde sie wohnen, tragen sie einen höheren oder tieferen Anteil fürs freiwillige Skilager ihrer Kinder. In einer Erhebung unter den Oberstufen der Region ergibt sich jedenfalls ein ziemlich heterogenes Bild.

Eines vorweg: Ein direkter Vergleich der Kosten fürs Skilager ist nicht möglich, da etliche Varianten wie etwa die Anzahl Kinder, die Dauer des Lagers, Anzahl Skifahrtage, die Ortschaft und deren Bergbahnen, der Preis des Lagerhauses oder die Verpflegung mit Voll- oder Halbpension berücksichtigt werden müssten. Auch haben die freiwilligen Skilager-Angebote der Volksschulen nichts mit deren obligatorischen Lagern zu tun und sind demnach nicht vom Bundesgerichtsentscheid von Ende 2017 betroffen, wonach alles, was zum Unterricht der öffentlichen Schule gehört, grundsätzlich unentgeltlich sein muss. Was hier also verglichen wird, ist der Kostenanteil der Eltern im Verhältnis zu den gesamten Lagerkosten pro Kind.

Mit eigenem Haus ist es günstiger

Vergangenen Freitag sind die Badener Sekundar- und Realschüler aus ihrem Schneesportlager auf der Lenzerheide zurückgekommen. Dies, sofern sie aus einem Angebot von rund 30 verschiedenen Kursangeboten gerade das Skilager ausgewählt haben, klärt Mirjam Obrist, Leiterin Bildung der Stadt Baden. Den Elternbeitrag dafür hat die Stadt auf dieses Jahr um 10 Franken auf 410 Franken erhöht, pro Kind zahlt die Stadt neu 110 Franken, 10 Franken weniger. «Das heisst nicht, dass der Elternbeitrag nach oben ausgeschöpft werden muss. Es gibt Jahre, in denen wir den Eltern bis zu 40 Franken zurückzahlen, weil zum Beispiel die SBB Spezialreiseangebote machen», sagt Obrist. Spesenbeiträge für die Leiter werden zudem von der Stadt getragen und das Sportförderungsprogramm Jugend und Sport leistet Zusatzbeiträge. «Im Gegenzug zu der Verschiebung von 10 Franken bei den Skilagern übernimmt die Stadt neu 110 Franken pro Jugendliche mehr als bisher an den Klassenlagern der Abschlussklassen der Sekundarstufe I.» Insgesamt führe der Bundesgerichtsentscheid zu erheblichen Mehrkosten für die Stadt, sagt sie, da Menge und Qualität der Ausflüge gleich bleiben sollen.

Etwas günstiger für die Eltern ist es in Wettingen: Dank dem eigenen Lagerhaus der Gemeinde in Ftan, in dem ein bis zwei Lager im Jahr stattfinden, können die Kosten für alle Wettinger Schneesportlager niedrig gehalten werden. «Wir machen eine Mischrechnung und verlangen von den Eltern einheitlich 350 Franken für ein einwöchiges freiwilliges Schneesportlager», sagt Samuel Kern, Geschäftsleiter der Schule. 330 Franken pro Kind trägt jeweils die Gemeinde.

Verhältnis 2:1 üblich

In Neuenhof können Kinder für die Lager aus verschiedenen Winteraktivitäten wählen, die sich markant auf den Preis ausschlagen. Geht ein Kind etwa eine Woche lang Eislaufen, zahlen die Eltern 180 Franken fürs Lager. Die Variante mit Ski- oder Snowboardunterricht hingegen kostet 450 Franken, wovon die den Eltern 320 Franken tragen.

In Obersiggenthal gibt es quasi einen Kinder-Mengenrabatt: Bei einem Kind zahlen die Eltern 375 Franken, bei mehreren 355 pro Kind. Total kosten dort sechs Tage Lager 620 Franken.

In der Kreisschule Rheintal-Studenland in Bad Zurzach können Eltern mit niedrigen Einkommen auch eine Senkung des Beitrags erhalten. Schulleiter Stascha Bader gibt keine genauen Zahlen bekannt, bestätigt aber, dass die Eltern jeweils rund zwei Drittel der Kosten tragen. Dieses Verhältnis von 2:1 ergibt sich in den meisten Schulen, darunter die Kreisschule Rohrdorferberg oder die Oberstufe in Spreitenbach. Dort machen vereinzelte Klassen auch ein obligatorisches Schneelager als winterliche Form des Klassenlagers. Die Beiträge dafür seien entsprechend dem Bundesgerichtsentscheid niedrig gehalten, sagt Hannes Schwarz, Teamleiter der Schulleitung Spreitenbach.

In der Kreisschule Surbtal werden die Elternanteile je nach Gemeinde unterschiedlich gehandhabt. Von den 470 Franken Kosten pro Kind zahlt gemäss Schulleiter Beat Widmer Würenlingen 100 Franken, Freienwil, Schneisingen und Tegerfelden 70 Franken. Die Gemeinden Lengnau und Endigen zahlen keine Beiträge, dort übernehmen die Eltern alles.

Keine Lager im Reusstal

An der Bezirksschule Turgi sind sie Beiträge der Gemeinde fix: 170 Franken. Dieses Jahr zahlen die Eltern 350 Franken. «Das kann variieren je nach Anzahl Schüler etwa», sagt Schulleiter Marius Schneider. Zudem bekräftigt er, dass stets einiges an «ehrenamtlichem Enthusiasmus» gebraucht werde, um die Kosten in Schach zu halten.

Am günstigsten für die Eltern sind schliesslich die Schneesportlager in Untersiggenthal und Böttstein: Dort zahlen sie 270 respektive 280 Franken von 450 respektive 460 Franken. Untersiggenthal zählt auf Unterstützung der Schneesportinitiative «Go Snow», mit der offenbar selbst die Kosten für ein Lager mit wenig Teilnehmenden relativ tief gehalten werden können.

Den verhältnismässig tiefsten Elternbeitrag gibt es in Gebenstorf: 285 von 672 Franken werden dieses Jahr von den Eltern übernommen. Im Gegensatz dazu steht die Sekundar- und Realschule Mellingen-Wohlenschwil: Dort zahlen die Eltern die gesamten Kosten von 450 Franken. «Die Schule unterstützt das Lager administrativ, der Schulverband leistet keinen Beitrag an das Oberstufenskilager», sagt Schulleiter Raphael Signer. Derweil führt die Bezirksschule Mellingen laut Schulleiter Stefan Lüpold gar keine Skilager durch. Gleich sieht es in Gemeinden weiter südlich entlang der Reuss aus: Die Oberstufenkinder aus Stetten und Künten, die zum Schulverband Reusstal gehören, müssen ebenfalls ohne schulisches Schneesportlager auskommen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1