Am Fantoche-Schlussevent durften die Filmfans nochmals eintauchen ins «Bagno populare» und erlebten eine fulminante Schlussparty in der Trafohalle. 

Die unterhaltsame Preisverleihung für die zahlreichen Kategorien war eingepackt in Gags, wie es sich für ein Animationsfilmfestival gehört, und trug – mehrheitlich englisch gesprochen – dessen Internationalität Rechnung. Nicht zuletzt waren Leichtigkeit und Herzlichkeit spürbar, die auch diesmal das Festival geprägt haben. Awards gab es in den Sparten Schweizer, Internationaler und Kinderfilm-Wettbewerb zu holen.

Das Moderationsteam bei seinem letzten Fantoche-Auftritt.

Das Moderationsteam bei seinem letzten Fantoche-Auftritt.

«Diese Kultur hat Strahlkraft»

In ihrer Schlusswürdigung gab die Aarauer SP-Grossrätin Kathrin Scholl den Gästen gleich noch eine kulturpolitische Standortbestimmung zu verstehen. Doch zuerst schilderte sie ihre Festival-Eindrücke, wie sie «Humanité Animée» als anregend, zum Nachdenken motivierend, aber auch immer wieder schmunzelnd erleben durfte.

Zu «Kultur-Perlen», wie Fantoche eine darstelle, müsse man Sorge tragen. «Es ist beschämend, dass der Kanton Aargau gemessen an seinen Kulturbeiträgen nur auf Platz 20 liege», sprach Scholl den heute stets schwerer werdenden Stand der Kultur in den finanzpolitischen Diskussionen an.

Die Fantoche-Bilanz fällt auch 2016 erfreulich aus: Nach der Jubiläumsausgabe 2015 lockten die Organisatoren mit einem breiten, erneut leicht ausgebauten Programm. Knapp 24000 Eintritte und so viele Gäste wie noch nie konnte das 14. Festival verbuchen, wobei die zahlreichen frankophonen Filme dafür sorgten, dass man viele Festivalgäste und Filmfans in Badens Strassen französisch sprechen hörte. Laut Festivaldirektorin Annette Schindler ist bereits im Vorfeld bei der Selektion die Qualität des chinesischen Filmschaffens aufgefallen, was die Jury mit ihren Auszeichnungen bestätigte.

Einheimisches Schaffen geehrt

27 Filme sind aus total 1394 Einreichungen aus 79 Ländern für das Fantoche nominiert worden, 23 im «Kinderfilm-Wettbewerb», und mit dem «Schweizer Wettbewerb» (22 Filme von 81 eingereichten) wurde das einheimische Schaffen gebührend geehrt. Erstmals präsentierte das Festival nebst dem Wettbewerb ein «Hors Concours»-Programm mit Kurzfilmen, die durch ihre einzigartige Erzählweise, die Animationen oder durch politische Aussagen überzeugten.

Baden wird zum Animationsfilm-Mekka

Baden wird zum Animationsfilm-Mekka

In Baden öffnete zum 14. Mal das Animationsfilm-Festival „Fantoche“ seine Tore. Bis Sonntag werden über 370 Filme gezeigt.

Der Andrang in der Stanzerei widerspiegelte die Faszination für die 360-Grad- und Virtual-Reality-Technologien, wie sie dort präsentiert wurden. Damit verblüffte das Fantoche 2016 Filmfans jeglicher Generationen, die sich in diese Technologie-Welt entführen liessen.

Trotz der Internationalität des Festivals habe man wiederum die Identifikation der Stadt Baden und des Kantons sowie ihrer Bevölkerung gespürt, was Annette Schindler als wichtig für den Erfolg von Fantoche wertet. Dieser basiert jedoch in erster Linie auf der inhaltlichen Gestaltung der Festivalmacher, die erneut thematische Schwer- oder vielmehr Höhepunkte setzten. Mit dem «Humanité Animée» wurde ein Thema des Menschseins gesetzt, wie es heute kaum aktueller sein könnte.

Auf das nächste Fantoche müssen die Filmfans bis 5. September 2017 warten.