Baden
So viele Gäste wie noch nie – es war ein fantastic Fantoche

Stimmungsvoll wie die vergangenen sechs Tage in den Kinosälen und in der ganzen Stadt oder wie die abendlichen Partys ist gestern das 14. Internationale Festival für Animationsfilm in Baden zu Ende gegangen.

Roman Huber
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Ein fröhliches Gruppenbild zum Abschluss mit den Helferinnen und Helfern sowie den anwesenden Gewinnerinnen und Gewinnern am Fantoche 2016.

Ein fröhliches Gruppenbild zum Abschluss mit den Helferinnen und Helfern sowie den anwesenden Gewinnerinnen und Gewinnern am Fantoche 2016.

Luis Hartl

Am Fantoche-Schlussevent durften die Filmfans nochmals eintauchen ins «Bagno populare» und erlebten eine fulminante Schlussparty in der Trafohalle.

Die unterhaltsame Preisverleihung für die zahlreichen Kategorien war eingepackt in Gags, wie es sich für ein Animationsfilmfestival gehört, und trug – mehrheitlich englisch gesprochen – dessen Internationalität Rechnung. Nicht zuletzt waren Leichtigkeit und Herzlichkeit spürbar, die auch diesmal das Festival geprägt haben. Awards gab es in den Sparten Schweizer, Internationaler und Kinderfilm-Wettbewerb zu holen.

Das Moderationsteam bei seinem letzten Fantoche-Auftritt.

Das Moderationsteam bei seinem letzten Fantoche-Auftritt.

Luis Hartl

«Diese Kultur hat Strahlkraft»

In ihrer Schlusswürdigung gab die Aarauer SP-Grossrätin Kathrin Scholl den Gästen gleich noch eine kulturpolitische Standortbestimmung zu verstehen. Doch zuerst schilderte sie ihre Festival-Eindrücke, wie sie «Humanité Animée» als anregend, zum Nachdenken motivierend, aber auch immer wieder schmunzelnd erleben durfte.

Wettbewerb: Die Gewinner

Bester Film: Before Love Igor Kovalyov, RU 2015
New Talent: Forever Zhong Su, CN 2016
Best Visual: Among the Black Waves Anna Budanova, RU 2016
Publikumspreis: Mr Madila Rory Waudby-Tolley, GB 2015

Schweizer Wettbewerb
Bester Schweizer Film: Das Leben ist hart, Simon Schnellmann, DE/CH 2015
High Swiss Risk: Analysis Paralysis, Anete Melece, CH 2016

Zu «Kultur-Perlen», wie Fantoche eine darstelle, müsse man Sorge tragen. «Es ist beschämend, dass der Kanton Aargau gemessen an seinen Kulturbeiträgen nur auf Platz 20 liege», sprach Scholl den heute stets schwerer werdenden Stand der Kultur in den finanzpolitischen Diskussionen an.

Die Fantoche-Bilanz fällt auch 2016 erfreulich aus: Nach der Jubiläumsausgabe 2015 lockten die Organisatoren mit einem breiten, erneut leicht ausgebauten Programm. Knapp 24000 Eintritte und so viele Gäste wie noch nie konnte das 14. Festival verbuchen, wobei die zahlreichen frankophonen Filme dafür sorgten, dass man viele Festivalgäste und Filmfans in Badens Strassen französisch sprechen hörte. Laut Festivaldirektorin Annette Schindler ist bereits im Vorfeld bei der Selektion die Qualität des chinesischen Filmschaffens aufgefallen, was die Jury mit ihren Auszeichnungen bestätigte.

Einheimisches Schaffen geehrt

27 Filme sind aus total 1394 Einreichungen aus 79 Ländern für das Fantoche nominiert worden, 23 im «Kinderfilm-Wettbewerb», und mit dem «Schweizer Wettbewerb» (22 Filme von 81 eingereichten) wurde das einheimische Schaffen gebührend geehrt. Erstmals präsentierte das Festival nebst dem Wettbewerb ein «Hors Concours»-Programm mit Kurzfilmen, die durch ihre einzigartige Erzählweise, die Animationen oder durch politische Aussagen überzeugten.

Der Andrang in der Stanzerei widerspiegelte die Faszination für die 360-Grad- und Virtual-Reality-Technologien, wie sie dort präsentiert wurden. Damit verblüffte das Fantoche 2016 Filmfans jeglicher Generationen, die sich in diese Technologie-Welt entführen liessen.

Trotz der Internationalität des Festivals habe man wiederum die Identifikation der Stadt Baden und des Kantons sowie ihrer Bevölkerung gespürt, was Annette Schindler als wichtig für den Erfolg von Fantoche wertet. Dieser basiert jedoch in erster Linie auf der inhaltlichen Gestaltung der Festivalmacher, die erneut thematische Schwer- oder vielmehr Höhepunkte setzten. Mit dem «Humanité Animée» wurde ein Thema des Menschseins gesetzt, wie es heute kaum aktueller sein könnte.

Auf das nächste Fantoche müssen die Filmfans bis 5. September 2017 warten.

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