Wehntal

So war das Klima in den letzten 185'000 Jahren

Das Mammutmuseum in Wehntal präsentiert Erkenntnisse des Wissenschaftsprojekts «Eiszeiten und Klimawandel». Ein 90 Meter tiefes Loch erlaubte den Wissenschaftlern einen Blick in die Klimageschichte der letzten 185'000 Jahre.

«Wir haben die bedeutendste Bohrung in der Nordschweiz», sagt Hein Furrer vom Paläontologischen Institut und Museum der Universität Zürich. Er hat als Projektleiter «Eiszeiten und Klimawandel im Wehntal» des Mammutmuseums die Untersuchungen mit einem Team von Fachleuten getragen. Während des Projektes (siehe Chronik) wurde dem Untergrund des Wehntales manches Geheimnis entrissen.

Darüber wird in der neuen Broschüre des Mammutmuseums berichtet. «Im Frühjahr werden unsere Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift Ouaternary Science Review publiziert», sagt Furrer und ergänzt: «Akzeptiert wurden sie bereits.» Vergleichbare Tiefbohrungen in der Schweiz gibt es nur zwei, eine aus Talgut, zwischen Bern und Thun, und die andere aus Maikirch Bern. Ein Projekt im Birrfeld ist an den Kosten gescheitert.

160 Meter tiefes Tal

Im Laufe der Forschung wurde bei Niederweningen eine Tiefbohrung auf über 90 Meter abgesenkt. Die untersten Meter erfassten den Fels, der aus der Süsswassermolasse besteht. Entstanden ist diese vor 23 Millionen Jahren als Ablagerung nördlich der damals noch jungen Alpen.

Gemeinderat Hubert Graf über das Mammutmuseum Niederweningen

Gemeinderat Hubert Graf über das Mammutmuseum Niederweningen

Vor rund 185000 Jahren hat der Walensee-Rhein-Gletscher in die Molasse ein rund 160 Meter tiefes Tal, das Wehntal, gegraben. Somit erlauben die Bohrkerne einen Blick auf die Klimageschichte der letzten 185000 Jahre.

Suche nach dem Wollnashorn

Mit der Publikation der Broschüre geht die intensive Forschung des Mammutmuseums zu Ende. «Wir sind an weiteren Forschungsarbeiten für die Fundschichten sehr interessiert», sagt Rudolf Hauser, Vizepräsident der Stiftung Mammutmuseum. Unter anderem werden immer noch Spuren des Wollnashorns gesucht, das im gleichen Gebiet wie das Mammut gelebt hatte. Die Stiftung hat auch mit anderen geologisch tätigen Organisationen Kontakt aufgenommen. Damit können ihre Forschungsergebnisse überprüft werden. So haben die neuesten Tiefbohrungen der Nagra im Gebiet Lägern Nord grosse Übereinstimmung ergeben. Diese Bohrung geht allerdings in wesentlich tiefere Schichten.

Heinz Furrer bestätigt: «Im Wehntal wird es etwas ruhiger.» Bei ihm steht nun das Sauriermuseum Monte San Giorgio bei Meride TI im Vordergrund. Dieses soll im Sommer eröffnet werden. Das Gebäude stammt vom Architekten Mario Botta.

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