«Komplott-Theorie ist Wunschdenken», titelt Josef Bollag seine Stellungnahme, die er an die Redaktion sendet. Der Badener Jurist reagiert damit auf den Artikel in der «SonntagsZeitung» unter dem Titel «Affäre Geri Müller: Es floss Geld» Die Stellungsnahme von Josef Bollag im Wortlaut:

«Die nicht abreissenden 'Enthüllungen' und Unterstellungen in den Medien über meine Rolle in der Affäre Geri Müller und sich daraus ergebenden Zweifel an meiner Integrität zwingen mich zu einer erneuten Klarstellung der Fakten.

Es entsteht der Eindruck, bei der Affäre gehe es nicht um Geri Müller, sondern ich hätte ihn mit einem Komplott als Politiker erledigen wollen.

Die Komplott-Theorie ist Wunschdenken des Badener Stadtammanns und wird trotz steten Wiederholungen von ihm und seinem Anwalt nicht Wahrheit. Tatsachen sind:

  • Ich habe Geri Müller stets politisch bekämpft und war dezidiert gegen seine Wahl als Stadtammann von Baden gewesen. Dieses Recht steht mir als Bürger zu und ich bin heute mehr denn je der Meinung, dass er untragbar ist.
  • Als mich Frau W. im Frühling 2014 erstmals kontaktierte und mir ungefragt belastendes Chat-Material zuschickte, hat mich dieses schockiert und natürlich erkannte ich auch dessen Brisanz; nicht nur bezüglich der Selfies, sondern auch wegen den politischen Dimensionen seiner SMS und Mails aus Damaskus. Jedoch habe ich nie etwas davon den Medien weitergegeben oder sonstwie verwendet.
  • Es ist mir wichtig, festzuhalten, dass sich Frau W. an mich gewandt hat zu einem Zeitpunkt, in welchem sie sich massiv bedroht und unter Druck gesetzt gefühlt hatte und deshalb Schutz und Hilfe suchte. Ich riet Frau W. mehrmals, sich bei der Polizei zu melden um Schutz zu erhalten. Ich habe Frau W. bei unserer ersten und einzigen Begegnung im Frühsommer 2014 als Hilfestellung 2000 Franken gegeben, weil sie sich bedroht fühlte und nach Frankreich abreisen wollte, dafür aber kein Geld hatte. Diese finanzielle Hilfeleistung war die einzige Zahlung, die geflossen ist und das wurde von mir selber kommuniziert. Soviel zu 'neuen Enthüllungen'.
  • Der intensive SMS und Mailverkehr von Frau W. mit mir wurde zu einer untragbaren Belastung. Die wenigen selektiven Auszüge, die in den Medien veröffentlicht wurden, ergeben ein unvollständiges Bild.
  • Der Stadtammann von Baden und Frau W. tragen in dieser Affäre die Verantwortung und ich weise unhaltbare Verschwörungstheorien mit aller Vehemenz zurück.»