Botta-Bad
So wird das Botta-Bad in Baden aussehen

Mario Botta stattete Baden einen Besuch ab. Dabei hielt der Architekt ein Referat und zeigte den Gästen erstmals eine Innenansicht des zukünftigen Bades.

Roman Huber
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Einblick in den vierten Finger, wo sich das grösste Becken der projektierten Bäderanlage befindet. zvg

Einblick in den vierten Finger, wo sich das grösste Becken der projektierten Bäderanlage befindet. zvg

Limmattaler Zeitung

Gespannt horchen die gut 100 Gäste im Saal der Villa Langmatt den Ausführungen von Mario Botta. Gespannt darum, weil man gekommen ist, um Neues zu erfahren über das künftige Bad, auf das die Bäderstadt so sehnlichst wartet. Und der Tessiner Stararchitekt enttäuscht sein Publikum nicht. Botta versucht sich und seine Architektur, den Erschaffensweg seines Bäderprojekts, dessen Positionierung und Ausgestaltung zu erklären.

Er tut das sachlich, dennoch mit Leidenschaft, und lässt wiederholt eine Prise Humor einfliessen. Den meisten im Saal gefällt es; sie befürworten das Projekt, während Kritiker nach Ansatzpunkten suchen, die ihnen recht geben könnten.

Botta gibt sich keine Blösse

Mario Botta enttäuscht sein Publikum nicht und verhilft ihm zu einer Premiere. Mario Botta gibt erstmals Einblick in sein Bad. Mit einem computeranimierten Längsschnitt zeigt er das Becken, wie die Aussen- und die Innenbereiche miteinander korrespondieren, wie der Blick über die Limmat hinweggleiten wird und wie der Architekt das Licht von oben hereinholt. Es ist der grösste der vier Finger, die sich wie eine Hand öffnen und zur Limmat drängen.

Wellness brauche seinen Platz, rechtfertigt Botta die Grösse seiner Anlage. Er bezeichnet Wellness als «Verstärkung des kultivierten Wohlbefindens», wie es heute als neue Herausforderung dem Tourismus zu neuer Blüte verhelfen soll. Botta bezeichnet es als Chance für die Bäder in Baden, die Geschichte von 2000 Jahren Bäderkultur neu zu profilieren.

Dabei lässt Botta durchblicken, dass er sich à fond sowohl mit den historischen als auch städtebaulichen Begebenheiten an diesem Ort befasst hat. Trotz ihrer Kleinteiligkeit habe ihn die Dichte beeindruckt, mit der dieser Ort zur Römerzeit bebaut gewesen sei. Immer wieder verweist Botta auf den Bezug zum Fluss. Die Öffnung vom Kurplatz zur grosszügigen Promenade stelle einen Gewinn für den öffentlichen Raum dar, betont er. «Gelbrosa» würden die Mauern. Mauern, nicht etwa Metall- oder Glasfassaden. Woher letztlich der Stein komme, sei noch ungewiss. Man darf mit Spannung verfolgen, wie Botta sein Projekt weiterentwickelt.