Sie ist jung, hübsch und zeigt das auch: Die 24-jährige Celina Feri, SP-Einwohnerrätin in Wettingen, posiert auf ihrem Facebook-Profil mit Hotpants und Träger-Shirt auf einer Treppe. Das Foto entstand in ihren Ferien im spanischen Malaga. 

Wie sexy dürfen Politikerinnen sein?

Wie sexy dürfen Politikerinnen sein?

Für ihre Mutter Yvonne Feri, Aargauer SP-Nationalrätin und bekennende Sexismus-Bekämpferin, ist das ein Schlag ins Gesicht: «Ich habe gesagt, dass ich es nicht gut finde, wenn sie ein Profilbild mit sexy Pose mit Hotpants auf Facebook stellt.» Sie fürchtet, ihre Tochter werde so zum Sexsymbol degradiert. 

Kein Problem mit dem Foto hat der Social-Media-Experte Philippe Wampfler aus Baden: "Es ist für eine 24-Jährige absolut der Norm entsprechend, sich so zu zeigen im Umfeld ihrer Facebook-Freunde." Auch Politikberater Mark Balsiger sieht im Foto nichts Anzügliches: "Celina Feri präsentiert sich so, wie eine Mehrheit der jungen Frauen sich im Hochsommer auch zeigt: sexy, selbstbewusst, aber sicher nicht billig." Wenn Kritiker auf der Schiene der Moralapostel und Prüderie mitfahren wollten, stünden ihnen andere Beispiele zur Verfügung. 

Wampfler hält das Foto eher im politischen Kontext für fragwürdig: "In ihrer Rolle als Einwohnerrätin ist das Foto nicht besonders geschickt." Dort sei das Zielpublikum ein anderes als auf Facebook – eher Leute im mittleren und älteren Segment. Denn bei diesem Foto stehe "nicht die politische Kompetenz im Vordergrund". Er schlägt ihr daher vor, dass Profil-Bild bald einmal durch ein anderes zu ersetzen, damit es nicht negative Folgen für sie hat.

Diesen Rat hat Celina Feri bereits umgesetzt: Sie hat das Profil-Bild am Dienstag kurz nach Mittag aktualisiert. 

Celina Feris neues Profil-Bild

Balsiger hält die Diskussion zwischen Mama und Tochter auch für eine verpasste Chance: "Celina Feri hätte auf Facebook ausführen können, wieso sie das Foto gepostet hat, um die ständige Reduktion der Politikerinnen auf ihr Äusseres und ihre Kleider zu thematisieren. Das grosse mediale Interesse an diesem Fall hätte sie nützen müssen." Denn nicht nur Mama Feri, sondern auch Tochter Feri kämpfen gegen Sexismus in der Werbung, wie das beispielsweise der jüngsten Kampagne des Casinos Baden vorgeworfen wurde. 

Die jüngste Werbekampagne des Stadtcasinos Baden, der Sexismus vorgewurfen wurde

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