Tötungsdelikt Fislisbach
Sohn zum verhängnisvollen Drogentreffen chauffiert: Droht Kens Mutter eine Strafe?

Die Mutter fuhr Ken (†18) zum Treffen im Wald, wo der Tatverdächtige S.N. auf ihn wartete und ihn erschoss. Möglicherweise könnte das für die Mutter ein juristisches Nachspiel haben.

Merken
Drucken
Teilen
Im Wald von Fislisbach AG ist am Dienstagabend ein 18-jähriger Schweizer umgebracht worden. – Das Bild zeigt die Spurensicherung bei der Arbeit am Mittwochmorgen.
19 Bilder
Die Spurensicherung am Morgen nach der Tatnacht an der Arbeit am Tatort.
Ermittler der Aargauer Kriminalpolizei im Waldstueck "Rüsler" beim Hagibuechplatz in Fislisbach.
Eine Waldstrasse in Fislisbach.
Das Tötungsdelikt ereignete sich beim Hagibuechplatz im Waldstück "Rüsler".
Das Waldstück gehört zu Fislisbach, einer Gemeinde mit rund 5500 Einwohnern.
Die Polizei sperrte das Gebiet um den Tatort am Dienstagabend grossräumig ab und nahm die Fahndung nach der Täterschaft auf. Noch in der Nacht wurde ein 17-jähriger Schweizer verhaftet.
Der Polizei gelang es nach wenigen Stunden, den mutmasslichen Täter, einen 17-jährigen Schweizer, zu ermitteln und ihn im Elternhaus in Fislisbach festzunehmen.
Es handelt sich um den Lernenden S.N.
Der Tatort im Fislisbacher Waldstück "Rüsler" liegt zirka 150 Meter von der Sportanlage Esp entfernt.
Der mutmassliche Täter hat die Schussabgabe gestanden. Er wie auch das Opfer sind Schweizer mit Wohnsitz in der Region. Im Bild: Autos von Ermittlern. Hinten im Waldstück sind Mitarbeiter der Spurensicherung erkennbar.
Die Polizei sucht aktuell nicht nach weiteren mutmasslichen Tätern. - Im Bild sind Mitarbeiter der Spurensicherung erkennbar.
Der Kriminaltechnische Dienst nahm in der Nacht auf Mittwoch die Spurensicherung auf.
Die Spurensicherung ist am Mittwoch am Tatort nach wie vor im Einsatz.
Noch ist unklar, wie viele Schüsse der mutmassliche Täter auf das Opfer abgegeben hat. Klar ist: Es hat mehrere Schussverletzungen erlitten.
Motiv und Tathergang sind noch unklar.
Eine Waldstrasse in Fislisbach nahe des Tatorts.
Die Spurensicherung am Morgen nach der Tatnacht an der Arbeit am Tatort.
Die Spurensicherung am Morgen nach der Tatnacht an der Arbeit am Tatort.

Im Wald von Fislisbach AG ist am Dienstagabend ein 18-jähriger Schweizer umgebracht worden. – Das Bild zeigt die Spurensicherung bei der Arbeit am Mittwochmorgen.

Keystone/Urs Flüeler

Nicht genug, dass sie ihren Sohn verloren hat. Die Mutter von Ken (†18), dem Opfer des Tötungsdelikts von Fislisbach, könnte selbst ins Visier der Justiz geraten. Das zumindest berichtet der "Blick".

Der Grund: Die Mutter wusste, dass Ken Cannabis verkauft hat. Und dass er zum Treffen mit dem S.N. (17) im Fislisbacher Wald, bevor es gegen 20 Uhr zum tödlichen Schuss kam. Und sie ahnte zumindest, weshalb S. ihren Sohn dort treffen wollte, wie sie selbst erzählt hatte.

«Ken hat S. wohl Gras verkauft, aber das Geld dafür nur selten erhalten», erzählte sie dem "Blick". S. habe ihrem Sohn 1900 Franken geschuldet. Er habe ihren Sohn für die Geldübergabe treffen wollen.

Kens Mutter könnte für den Chauffeurdienst wegen Gehilfenschaft zum Drogenhandel ins Visier der Justiz geraten, so "Blick". Tatsächlich hält Artikel 25 des Schweizer Strafgesetzbuches fest, dass sich strafbar macht, wer zu einem Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich Hilfe leistet.

In diesem Fall wäre das konkret eine Gehilfenschaft zu einem Vergehen oder Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz, eben weil sie ihren Sohn zur vermeintlichen Drogengeldübergabe fahren wollte. Allerdings kam es beim verhängnisvollen Treffen bekanntermassen nicht zur Übergabe von Drogengeld. Folglich bleibt fraglich, ob die Mutter dafür tatsächlich belangt werden könnte.