Gebenstorf
Solidarität: nur eine hohle Phrase oder gelebte Wirklichkeit?

Die ökumenische Erwachsenenbildung versucht auszuleuchten, was Solidarität für Politiker, Religionsvertreter und Freiwilligenorganisationen bedeutet. Mit einer Vortragsreihe über Solidarität laden sie zu mehreren Diskussionen ein.

Ursula Burgherr
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Das Motto der Bundeshauskuppel dient als Anstoss zur Vortragsreihe. key

Das Motto der Bundeshauskuppel dient als Anstoss zur Vortragsreihe. key

Den Flyer zur Vortragsreihe über Solidarität ziert ein Foto der Bundeshaus-Kuppel. «Unus pro omnibus – omnes pro uno» steht hoch über den Köpfen der täglich ein- und ausgehenden Politiker geschrieben.

Aber hat das Motto «einer für alle, alle für einen» überhaupt eine Bedeutung oder ist es nur eine hohle Phrase? Was ist gelebte Solidarität in unserer Gesellschaft? Existiert sie heute noch so wie früher? Die Arbeitsgruppe ökumenische Erwachsenenbildung Gebenstorf-Turgi versucht, das komplexe Thema Solidarität an fünf Abenden auszuleuchten.

Ueli Mäder, Professor für Soziologie, der verschiedene Bücher zum Thema soziale Ungleichheit geschrieben hat, gibt am Donnerstag, 15. Oktober, Anstösse zum Nachdenken über einen vertrauten Begriff, der oft ausgesprochen wird, ohne den tieferen Sinn dahinter zu erfassen.

Am 22. Oktober wird die Frage aufgegriffen, was die Kirche konkret zum Thema Solidarität leistet und welche Voraussetzungen die verschiedenen Religionen für solidarisches Handeln schaffen.

Es diskutieren Martin Kuse, reformierter Pfarrer Holderbank-Möriken-Wildegg, Khaldoun Dia-Eddine, Vorstandsmitglied Verband Aargauer Muslime, und Bea Wyler, erste weibliche Rabbinerin nach dem Zweiten Weltkrieg, die lange Zeit boykottiert wurde. Gesprächsleiter ist der az-Autor Christoph Bopp.

In der Podiumsdiskussion vom 29. Oktober kommen Vertreter aus der Politik zu Wort, um im Hinblick auf die demografische Entwicklung, Migration und andere gesellschaftlichen Veränderungen zu hinterfragen, wo und in welcher Form heute noch solidarisch gehandelt wird.

An der Debatte unter der Moderation von Hans Fahrländer beteiligen sich Regierungsrat Urs Hofmann (SP), Nationalrätin Ruth Humbel (CVP), Grossrat Matthias Samuel Jauslin (FDP), Nationalrat Hansjörg Knecht (SVP) und Kurt Emmenegger, Geschäftsleiter der Unia Region Aargau.

Was Integration bedeutet

Am 5. November ist das Publikum zum Dialog aufgefordert. Was bedeutet Solidarität für jeden Einzelnen? Wie gross ist der Spagat zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und den eigenen Möglichkeiten?

Wo muss man Grenzen ziehen? Um den Gedankenaustausch anzustossen, werden im Vorfeld Filmsequenzen, Zeitungsartikel und eine kurze Theaterszene des Kinder- und Jugendtheaters Turgi präsentiert.

Abgerundet wird die Vortragsreihe am 12. November mit der Präsentation einiger Freiwilligen-Organisationen, die tagtäglich vorleben, was Integration und Solidarität bedeutet. Vertreterinnen und Vertreter des SRK-Notrufdienstes, der Dargebotenen Hand, von Nez Rouge und andere stellen sich und ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten vor.

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