Baden

Soll sich die Stadt Baden an den Bäderprojekten finanziell beteiligen?

Seit Sommer 2012 ist das Thermalbad Baden trockengelegt. archiv/Chris Iseli

Seit Sommer 2012 ist das Thermalbad Baden trockengelegt. archiv/Chris Iseli

Die Stadt Baden solle sich an den Bäderprojekten finanziell beteiligen, sagte Investor und Bauherr Benno Zehnder kürzlich. Die Ortsparteien stehen einer Beteiligung der Stadt bei den Bäderprojekten aber eher skeptisch gegenüber.

Noch vor den Sommerferien soll das Baugesuch für das Badener Thermalbad zur Auflage kommen. Wenn danach alles nach Plan läuft, könnte das öffentliche Thermalbad im Herbst 2018 wieder öffnen – über sechs Jahre nach der Schliessung im Sommer 2012.

Vor einer Woche sagte Bäder-Investor und Bauherr Benno Zehnder im «Badener Tagblatt»: «Ich würde eine Beteiligung der Stadt Baden an den Bäderprojekten auf jeden Fall begrüssen. Denn dadurch wäre die Kooperation mit der Stadt viel enger und näher.» Zehnders Wunsch ist in Anbetracht der Investitionssumme nachvollziehbar: Die Gesamtinvestitionen für die drei Projekte Thermalbad, Ärztehaus und Gesundheitshotel im ehemaligen Hotel Verenahof belaufen sich auf rund 200 Millionen Franken. Zehnder betont indes: «Ich sage nicht, dass ich auf eine Beteiligung der Stadt angewiesen bin, ich würde sie lediglich begrüssen.»

Als erste Stadtpartei hat diesen Freitag die FDP auf die Äusserungen Benno Zehnders reagiert: «Die Stadt muss sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren; es wäre nicht richtig, wenn sie ihre finanziellen Mittel für eine Beteiligung an den Bädern einsetzen würde», halten die Freisinnigen der Stadt in einer Medienmitteilung in deutlichen Worten fest.

Hört man sich bei den anderen Stadtparteien um, dürfte es eine mögliche Beteiligung der Stadt ebenfalls schwer haben. «Es ist ganz einfach, die Stadt kann sich das bei der momentan finanziell angespannten Lage gar nicht leisten», sagt SVP-Parteipräsident Serge Demuth. Natürlich sei das Thermalbad für die Stadt Baden wichtig. «Die Stadt Baden ohne Bad ist eine Schande», so Demuth. Er bedaure, dass die Stadt in der Vergangenheit nicht sparsamer mit den Mitteln umgegangen sei. «Wenn ich zum Beispiel an die zehn Millionen Franken für die Wohnbaustiftung denke, so würde ich den Nutzen einer Beteiligung der Stadt Baden am Bäderprojekt fast mehr sehen.» Klar sei aber auch: «Eine Beteiligung – und zwar an allen drei Teilprojekten – müsste analog zum Casino mit Gewinnaussichten verbunden sein.

Simon Binder, Co-Präsident der CVP Baden, schliesst eine Beteiligung zwar nicht auf alle Zeiten aus, doch: «Das Projekt wurde immer als privates Investment verkauft.» Klar sei das öffentliche Interesse am Bad gegeben. «Aber es ist jetzt der falsche Zeitpunkt, über eine Beteiligung zu sprechen. Ich will jetzt erst einmal sehen, dass es endlich vorwärtsgeht», so Binder.

Der falsche Zeitpunkt wird auch von Martin Groves, Co-Fraktionspräsident der SP, ins Feld geführt: «Klar, auch die SP steht zum Bad, aber einer Beteiligung der Stadt stehen wir eher skeptisch gegenüber. Wenn, dann hätte diese Frage viel früher diskutiert werden müssen.» Denn jetzt, so befürchtet Groves, könnte die Stadt sowieso nicht mehr gross mitreden beim Projekt. «Und überhaupt sehe ich den Gegenwert einer allfälligen Beteiligung nicht», so Groves.

Ähnlich tönt es bei Fritz Bosshardt, Fraktionspräsident des Teams Baden. «Wenn der Investor die Stadt hätte ins Boot holen wollen, dann hätte dies früher geschehen müssen; jetzt ist es eigentlich zu spät.» Er steht einer Beteiligung deshalb skeptisch gegenüber. «Ich haben den Eindruck, das Risiko soll hier verallgemeinert, der Gewinn privatisiert werden.» Auch ohne Beteiligung dürfe man nicht vergessen, dass die Stadt schon heute sehr viel für das Projekt geleistet habe, wenn er etwa an die geplante Gestaltung des öffentlichen Raums oder das Standortmarketing denke.

GLP-Einwohnerrat Sander Mallien stört sich generell daran, dass die Stadt dem Bauherrn gegenüber bereits viele Zugeständnisse gemacht hat, um das Bäderprojekt zu unterstützen. «Wenn eine Beteiligung der Stadt jemals diskutiert werden soll, dann muss für die Stadt Baden auch ein Gegenwert da sein.» Denn grundsätzlich, so Mallien, sei es nicht Aufgabe der Stadt, ein solches Thermalbad zu führen.

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