Baden/Wettingen
«Sonnenblick»: Betrieb soll in fünf Jahren eingestellt werden

Das Regionale Pflegezentrum Baden (RPB) sucht für die ehemalige Klinik «Sonnenblick» in Wettingen nach Lösungen. In fünf Jahren soll der Betrieb eingestellt werden.

Carla Stampfli
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Der «Sonnenblick» soll 2023 – nach dem Um- und Neubau des RPB-Areals in Baden – in neue Hände übergehen.

Der «Sonnenblick» soll 2023 – nach dem Um- und Neubau des RPB-Areals in Baden – in neue Hände übergehen.

Alex Spichale

Das Regionale Pflegezentrum Baden (RPB) rüstet sich für die Zukunft: Die Pflegeinstitution, die im September ihr 40-Jahr-Jubiläum feiert, baut in den kommenden Jahren ihren Standort an der Wettingerstrasse in Baden für über 100 Millionen Franken aus. Neu wird das RPB alle Dienstleistungen seiner drei Kernbereiche – Wohnen, Pflegen und Sterben – auf dem Areal anbieten. Derzeit läuft ein Studienauftrag mit sechs Generalplanerteams. Sie haben den Auftrag, ein finanziell tragbares Gesamtprojekt zu entwickeln, das sowohl Neu- als auch Bestandsbauten vorsieht.

Mit der Zusammenführung aller Dienstleistungen wird sich das RPB mittelfristig von seinen Aussenstandorten trennen, so auch vom «Sonnenblick» in Wettingen. Wie die «Limmatwelle» nun schreibt, soll der Betrieb dort 2022/23 einstellt werden.

«Bis zum Abschluss des Bauprojekts in Baden werden wir sowohl die Langzeitpflege für Menschen mit mittlerer bis höchster Pflegebedürftigkeit als auch die Palliativpflege im ‹Sonnenblick› anbieten», sagt RPB-Direktor Hans Schwendeler auf Anfrage der AZ. «Sobald der Umzug in die neuen Räumlichkeiten nach Baden vollzogen ist, werden wir den Standort in Wettingen aufgeben.» Das soll in rund fünf Jahren der Fall sein.

Gespräche laufen

Die ehemalige Privatklinik Sonnenblick hat das RPB im Jahr 2012 aus einem Konkursverfahren erworben, wobei das Grundstück an die Gemeinde Wettingen ging. Bereits nach dem Einzug der ersten Bewohner im Herbst 2012 zeigte sich, dass der Standort mit den 50 Zimmern für Pflegepatienten nicht geeignet ist. Ein Jahr später musste ein Stockwerk wegen zu geringer Auslastung geschlossen werden. «Die Lage am Lägernhang ist für die Langzeitpflege nicht ideal», sagt Schwendeler. Es gebe zum Beispiel kaum Möglichkeiten für Spaziergänge, insbesondere für Patienten, die im Rollstuhl sitzen. «Wir führen laufend Gespräche mit möglichen künftigen Besitzern oder Betreibern. Ob wir den ‹Sonnenblick› verkaufen oder vermieten, steht derzeit noch nicht fest», sagt der RPB-Direktor. Auch was die anderen Aussenstandorte in Laufenburg und Bad Zurzach betrifft, ist das RPB daran, Lösungen zu suchen. Die Pflegewohngruppe in Oeschgen wurde bereits einem neuen Besitzer übergeben.

In Baden werden in Zukunft unter anderem 80 Alterswohnungen, rund 300 Pflegebetten sowie zehn Betten in der Palliativpflege angeboten. Der Pflegebereich umfasst insbesondere auch die Demenzpflege, die Gerontopsychiatrie, Mittel,- Schwer- und Schwerstpflege sowie Angebote für jüngere Pflegebedürftige. Zudem soll es Seminarräume, Restauration sowie ambulante Leistungen geben. Die Mitarbeiterzahl von heute rund 500 (inklusive Aussenstandorte) soll dank dem Ausbau beibehalten werden. Wie RPB-Direktor Hans Schwendeler sagt, wird die Jury den Gewinner des Studienauftrags im Herbst bestimmen. «Im November werden wir das Siegerprojekt der Öffentlichkeit vorstellen.» Der Baubeginn soll zirka Anfang 2020 sein, die Inbetriebnahme des umgebauten RPB ist Ende 2023 vorgesehen.

Mit dem Bauprojekt und der Zusammenführung der Dienstleistungen in Baden setzt das RPB seine Vision um, wonach ältere Menschen in allen Lebensphasen bei Wohnen, Pflege und Sterben begleitet werden sollen. Dies sieht die «Strategie 2015+» vor, die mit der Umwandlung des Regionalen Pflegezentrums per 1. Januar 2016 in eine Aktiengesellschaft im städtischen Besitz erarbeitet wurde.