Baden

Sorge um «Kappi»-Denner: Macht der einzige Quartierladen endgültig dicht?

Der geplanter Neubau stellt die Zukunft des beliebten Quartierladens im Kappelerhof infrage. Denner und die Bauherrschaft beteuern zwar die Absicht, die Filiale auch in den neuen Räumlichkeiten fortzuführen. Doch dies ist alles andere als sicher.

Der «Kappelerhof» oder «Kappi» hat, was die Einwohnerzahl betrifft, die Grösse eines Dorfes: Etwa 3000 Personen leben heute im Quartier am nördlichen Stadtrand. Und wie es sich in einem Dorf gehört, wird auch im «Kappi» auf der Strasse geredet.

Für Gesprächsstoff sorgt der einzige Quartierladen Denner Satellit. Grund ist die geplante Überbauung an der Brugger- und Stockmattstrasse, die drei moderne Neubauten mit Gewerberäumen vorsieht. Um diese zu realisieren, müssen einige bestehende Gebäude abgerissen werden, darunter auch dasjenige, in dem sich der Denner heute befindet.

Visualisierung: So wird es an selber Stelle in wenigen Jahren aussehen. Baustart soll Ende 2015 sein.

Visualisierung: So wird es an selber Stelle in wenigen Jahren aussehen. Baustart soll Ende 2015 sein.

Im April soll Laden schliessen

Nicht nur die Quartierbewohner diskutieren darüber auf der Strasse, auch der Quartierverein ist besorgt, der einzige Quartierladen könnte ganz verschwinden. Dies, obschon André Keller, Vertreter der «Baugesellschaft Kappi», schon mehrmals versichert hat, man führe Gespräche mit Denner. Das Interesse, den Laden in den neuen Räumen weiterzuführen, sei da.

Jetzt nimmt Denner zwar dazu Stellung, bleibt mit seinen Aussagen jedoch schwammig: «Wir können bestätigen, dass Denner den Standort Bruggerstrasse nach der Erstellung des Neubaus gerne weiterführen möchte», schreibt Thomas Kaderli, Mediensprecher bei Denner. Diesbezüglich würden mit der Eigentümerin der Liegenschaft Gespräche geführt. Laut Kaderli wird der Denner Satellit an der Bruggerstrasse voraussichtlich Ende April 2015 schliessen. «Das genaue Datum ist noch nicht bekannt und wird, ebenso wie eine allfällige Weiterführung des Standorts, zu gegebener Zeit kommuniziert.»

Zweifel an seinen Aussagen kommen auf, als Kaderli gleichzeitig die Werbetrommel rührt: «Die Denner Kunden, die bisher an der Bruggerstrasse eingekauft haben, finden beim Falkenareal in Baden, in Nussbaumen oder im demnächst eröffnenden Denner in Gebenstorf das gewohnte Denner Angebot.» Denn genau diese Neueröffnung bereitet den Quartierbewohnern Sorgen: Beide Migros und Denner eröffnen im November nur rund 3,5 Kilometer vom «Kappi» entfernt ihre neuen Filialen in Gebenstorf.

Quartier wird noch wachsen

«Der Quartierladen muss trotzdem erhalten bleiben», betont Cornelia Haller, Präsidentin des Quartiervereins Kappelerhof. «Im ‹Kappi› wohnen viele Seniorinnen und Senioren sowie junge Familien mit Kindern, die froh sind, das Nötigste an Grundnahrungsmitteln zu Fuss einkaufen zu können», gibt sie zu bedenken. Mit der Überbauung im Brisgi und an der Bruggerstrasse würden noch mehr Menschen ins Quartier ziehen. «Die Grösse des Quartiers spricht für einen Quartierladen.» In Baden einzukaufen, sei zeitintensiv. «Der Verkehr ist wegen der Schulhaussanierung bereits heute zähflüssig. Das wird noch schlimmer.» Letztlich bleiben Gebenstorf und Nussbaumen Dörfer, die nur mit dem Bus oder dem Auto erreichbar seien. Aus diesen Gründen will sich der Quartierverein dafür einsetzen, dass der Laden erhalten bleibt. Auf Unterstützung von der Stadt kann Haller nur bedingt hoffen. Da die Immobilien nicht der Stadt gehören, hat sie wenig Einfluss darauf, wie die Gewerberäume genutzt werden. Nebst dem Denner gibt es im «Kappi» nur noch die Bäckerei Frei, die vormittags geöffnet ist.

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