Auch dank der offiziellen Unterstützung der SP Baden wurde Geri Müller (Grüne/Team Baden) 2013 zum Stadtammann gewählt. Bei den Gesamterneuerungswahlen diesen Herbst darf er nun aber nicht mehr auf die vollumfängliche Unterstützung der Sozialdemokraten zählen. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, welche die Partei im Anschluss an ihre Mitgliederversammlung veröffentlicht hat. Die Parteibasis habe die Haltung in der Stadtammann-Frage ausführlich diskutiert. «Die Meinungen innerhalb der Partei sind sehr unterschiedlich. Daher hat die Mitgliederversammlung Stimmfreigabe beschlossen.»

Bereits im Herbst 2014, nach der Nacktselfie-Affäre, bröckelte die SP-Unterstützung für den Stadtammann ein erstes Mal: Die beiden damaligen sozialdemokratischen Stadträtinnen Daniela Berger und Regula Dell’Anno stimmten zusammen mit den bürgerlichen Stadträten einer Entmachtung des Stadtammanns zu. Dass sich die SP nun für eine Stimmfreigabe entschieden hat, hängt zweifellos mit einem weiteren Ammann-Kandidaten zusammen: Erich Obrist tritt zwar als Parteiloser an, gehörte zuvor aber jahrelang der SP an. Der Stimmfreigabe-Entscheid lässt darauf schliessen, dass Obrist trotz seines Austritts aus der Partei noch immer auf die Unterstützung von Teilen der SP zählen darf.

Für die Gesamterneuerungswahlen hat sich die SP folgende Ziele gesteckt: Die bisherige Stadträtin Regula Dell’Anno will nicht nur ihren Sitz verteidigen, sondern überdies den Vizeammann-Sitz erobern. Neu den Sprung in die Regierung schaffen will Karin Bächli.

An der Mitgliederversammlung sind zudem alle Kandidatinnen und Kandidaten für die Einwohnerratswahlen einstimmig nominiert worden. Die gesamte Fraktion stelle sich erneut zur Wahl, zudem hätten viele weitere interessierte und engagierte Mitglieder für die Liste gewonnen werden können.