Baden

SP fordert Veloweg zwischen Bahnhof und Thermalbad

Braucht es einen Veloweg zwischen Badener Bahnhofareal und Bäderquartier? Ja, findet die SP.

Braucht es einen Veloweg zwischen Badener Bahnhofareal und Bäderquartier? Ja, findet die SP.

Die SP fordert erneut einen Ausbau der Fahrrad-Verbindungen in Baden – diesmal im Zusammenhang mit der Botta-Therme.

Lebensgefährlich, unsicher, eng: So und ähnlich äusserten sich vor einigen Jahren die Teilnehmer einer Umfrage, bei der es um die Velostadt Baden ging. Es resultierte die ungenügende Gesamtnote 3–4 in Sachen Velofreundlichkeit. Zwar wurde seither unter anderem 830'000 Franken für die Velostation beim Bahnhof ausgegeben, doch nicht einmal die Velolobby ist gänzlich zufrieden mit den überdachten und überwachten Abstellplätzen: Sie stehe am falschen Ort.

Der Ruf nach besseren Bedingungen für Velofahrer in Baden: Eine der meistgeäusserten Forderungen aus der Badener Politik. Kürzlich hat Georg Gindely, Einwohnerrat der SP, nicht weniger als drei Ideen beim Stadtrat deponiert.

Erste Forderung: Der Stadtrat müsse sich Gedanken machen, wie das von Architekt Mario Botta entworfene Bad mit dem Velo erreicht werden könne. «Bei neuen Bad soll zwar eine grosse Anzahl Veloabstellplätze erstellt werden – unklar aber ist, wie die Velofahrer in die Bäder geführt werden können.» Gindely will wissen, ob eine Veloroute von der Innenstadt beziehungsweise vom Bahnhof in die Bäder geplant sei, ob auch nach der Eröffnung der Bäder auf der Limmatpromenade mit dem Velo gefahren werden dürfe und ob ein Velostreifen markiert werde. Die Route via Kreuzung Haselstrasse und Parkstrasse, wo das ehemalige Kino Royal steht, sei unübersichtlich.

Freie Fahrt auf dem David-Hess-Weg

Zweite Forderung: Der David-Hess-Weg von der Hochbrücke zum Schwimmbad soll für Velos freigegeben werden. Das Terrassenbad sei ein beliebter Treffpunkt, vor allem auch für Kinder und Jugendliche. Die Zufahrt mit dem Velo sei aktuell nicht ungefährlich: Zwar sei auf der Seminarstrasse beidseits ein Velostreifen eingezeichnet, die stark befahrene Strasse aber so schmal, dass Autos und Lastwagen den Velostreifen aber regelmässig befahren.

Der David-Hess-Weg wäre genug breit, damit Fussgänger und Velofahrer gut aneinander vorbeikommen könnten, ist Gindely überzeugt. «Auf dem Weg herrscht leider ein Fahrverbot für Velos. Begründung der Verwaltung: Das Geländer sei zu wenig hoch, um als Absturzsicherung dienen zu können, bei einem Unfall würde die Stadt haften. Aus Sicht der SP ist es unverständlich, dass das Geländer nicht erhöht wurde, als der Weg 2016 saniert wurde», kritisiert die SP.

Drittens verlangen Gindely und die Sozialdemokraten erneut mehr attraktive Veloabstellplätze in der Innenstadt. Ein breiteres Angebot könnte positive Folgen für alle Beteiligten haben: Den Badenerinnen und Badener, die gerne mit dem Velo in die Stadt fahren; den Gewerbetreibenden, die ein Interesse daran haben, dass die lokale Bevölkerung mit dem Velo in die Stadt fahren; und den Fussgängern, die nicht behindert werden durch Velos, die auf dem Trottoir stehen.

Das aktuelle Velokonzept stammt aus dem Jahr 1999, wie es auf der Website der Stadt heisst. Und weiter: «Es ist beabsichtigt, 2016 mit den Vorarbeiten für ein neues und zeitgemässes Velokonzept zu beginnen.» Die ehemalige Einwohnerratspräsidentin Karin Bächli (SP) äusserte sich im Dezember zum Thema: Der Stadtrat müsse bei der Verkehrspolitik vorwärtsmachen. «Der Einwohnerrat wartet bis heute auf das versprochene Velokonzept.» Die Folge: Vorstösse zum Veloverkehr, «die der Stadtrat beantworten muss, ohne dass er ein eigenes Konzept und das grosse Ganze im Blick hätte.»

Freilich gibt es auch pointierten Widerspruch: Stefanie Heimgartner (SVP) – auch sie ehemalige Einwohnerratspräsidentin und seit Herbst Nationalrätin –, bezeichnete die Forderung nach mehr Veloabstellplätzen vor zwei Jahren als «lächerlich». Sie wäre erst dann bereit, über mehr Veloparkplätze zu diskutieren, wenn die Velostation voll besetzt sei. Wann sich der Stadtrat zu den Forderungen der SP äussern wird, steht noch nicht fest.

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