In Baden hat die Wohnungssituation in letzter Zeit für viel Gesprächsstoff gesorgt: Die Wohnungen seien zu teuer, Familien müssten wegziehen, und junge Menschen hätten es schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden, hiess es vonseiten der SP. Nun werden überteuerte Wohnungen auch in der Nachbarsgemeinde Wettingen zum Thema. 

«Für Junge und Studenten ist es fast unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden», sagt die Wettinger SP-Einwohnerrätin Celina Feri. Viele junge Leute würden deshalb in umliegende Gemeinden wie Nussbaumen, Unter- oder Obersiggenthal ziehen, wo die Wohnungen günstiger seien.

«Dabei wäre Wettingen sehr attraktiv, besonders auch für junge Menschen», ist Feri überzeugt. Wettingen liege zentral und aufgrund der guten öV-Verbindungen sei man nicht auf ein Auto angewiesen. «Neben der Kantonsschule bietet Wettingen auch zahlreiche Ausbildungsplätze für Lehrlinge», sagt Feri. «Ihnen sollte es doch möglich sein, eine günstige Wohnung zu finden.» Das sei auch eine Chance für Wettingen, ist sie überzeugt: «Schliesslich sind dies zukünftige potenzielle Steuerzahler».

Feri hat nun beim Gemeinderat eine parlamentarische Anfrage eingereicht. Die Exekutive soll prüfen, ob genügend bezahlbare Wohnungen für Junge und Studenten in Wettingen vorhanden sind und, falls nötig, entsprechende Schritte einleiten. Günstiger Wohnraum sei auch für Familien und ältere Menschen wichtig, sagt Feri. «Ich konzentriere mich in meinem Postulat aber explizit auf die jungen Leute, da sie von den Politikern oft vergessen werden.»

Für Heinz Germann von der Germann und Gfeller Immobilien AG sind die Wohnungen in Wettingen nicht zu teuer: «Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Hier sind keine Auswüchse festzustellen, wie beispielsweise in der Stadt Zürich, wo die riesige Nachfrage die Preise in die Höhe treibt.» So seien im unteren Preissegment durchaus noch Wohnungen zu finden. Wettingen sei aber aufgrund der guten Infrastruktur als Wohnort sehr beliebt: «Eine grosse Nachfrage bei stabilem Angebot wirkt sich natürlich auf die Preise aus.» Deshalb: «Im Moment besteht noch kein Notstand an günstigen Wohnungen, sie werden aber immer knapper.»

Der Ball liegt nun bei der Exekutive: «Der Gemeinderat muss entscheiden, ob er das Postulat dem Parlament zur Annahme oder Ablehnung empfehlen soll», sagt Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer.