Baden
SP-Postulat verlangt mehr Frauen in Kaderpositionen der Stadt Baden

Der Stadtrat Baden soll dafür sorgen, dass der Frauenanteil bei den Kaderpositionen der Verwaltung vergrössert wird. Dies fordert SP-Präsidentin und Einwohnerrätin Andrea Arezina in einem Postulat. Sie wünscht sich eine konkrete Zielvorgabe

Roman Huber
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«Ich wünschte, wir bräuchten keine Frauenquote»: Andrea Arezina.ZVG

«Ich wünschte, wir bräuchten keine Frauenquote»: Andrea Arezina.ZVG

In einem Postulat mit dem Titel «Geschlechtsidentitäten in den Kaderpositionen der städtischen Verwaltung» (Anteil Kaderfrauen) bittet Andrea Arezina (SP) den Stadtrat, «eine Zielvorgabe zur angemessenen Berücksichtigung der Vielfalt der Geschlechtsidentitäten in den Kaderpositionen der städtischen Verwaltung zu definieren».

Mit andern Worten: Der Frauenanteil in städtischen Kaderpositionen soll laut Arezina vergrössert werden.

Je weiter nach oben, desto weniger Frauen

Arezinas Begründung: «Der Frauenanteil nimmt mit dem Anstieg der Funktionsstufen stark ab. Während der Frauenanteil von total 528 Mitarbeitenden 61,5% beträgt (38,5% Männer), arbeiten in höheren Positionen (ab Lohnstufe 6 bis 9) noch 38% Frauen (62% Männer). Der Frauenanteil in nach Anstellungsreglement definierten Kaderpositionen (ab Lohnstufe 7 bis 9) beträgt 27,3% (72,7 % Männer).»

«Es ist uns bewusst», sagt die SP-Präsidentin, «dass in gewissen Berufsfeldern die Rekrutierung bereits ohne Geschlechterquote schwierig ist, zudem ist klar, dass die Qualifikation einer Person ausschlaggebend ist. Die Zielvorgabe und deren Umsetzung könnte im Anstellungsreglement verbindlich geregelt werden.»

Der Stadtrat soll die gleiche Vorgabel nach Möglichkeit bei den Aufsichtsorganen der öffentlich-rechtlichen Anstalten und der sich im mehrheitlichen Besitz der Stadt befindenden Unternehmen geltend machen.

«Wir sind gut unterwegs»

Stadtammann Geri Müller nimmt das Anliegen gerne entgegen, erklärt aber, dass die Stadt in dieser Beziehung seit einiger Zeit gut unterwegs sei. «Wir arbeiten aktiv daran», so Müller. Er macht allerdings darauf aufmerksam, dass gerade bei Kaderpositionen die Anstellungsdauer meisten um einiges länger sei. «Und wir können männlichen Kaderleuten ja auch nicht einfach kündigen», fügt Geri Müller an.

«Wir müssen in unserer Personal- und Anstellungspolitik nichts explizit verändern», sagt Christine Bodmer, Leiterin Personal der Stadt Baden. Der Ausgleich bei den Geschlechtern sei jeweils bei der Rekrutierung ein Thema. Bodmer gesteht jedoch, dass der Frauenanteil auf einzelnen Führungsebenen noch eher klein sei.

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