Baden
Spanischbrödlizunft bietet «@cantonbaden.ch» als Ersatz für «@baden.ch» an

Nachdem die Stadt Baden knapp 2000 Nutzern die «@baden.ch»-Mailadresse abgeschaltet hat, bietet die Spanischbrödlizunft nun eine Ersatzlösung an: «@cantonbaden.ch».

Martin Rupf
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Bernhard Schmid, Brödlimeister

Bernhard Schmid, Brödlimeister

AZ

«Nein, das ist für einmal keine Jux-Idee», präzisiert Bernhard Schmid, Brödlimeister der Zunft, die sonst immer mal wieder mit nicht ganz ernst gemeinten Querschlägeraktionen auf sich aufmerksam macht. Das neue Angebot sei ernst gemeint. «Es war uns ein Anliegen, all jenen, die den Wegfall der ‹@baden.ch»-Adressen› bedauern, eine Ersatzlösung anzubieten.»

Alles Ausrufen, Leserbriefe und gar ein politischer Vorstoss nützte nichts. Mitte Juni war es definitiv: Die Stadt Baden hielt an seinem Entscheid fest, knapp 2000 Nutzern die «@baden.ch»-Mailadresse bis Ende September aufzulösen. Viele Nutzer ärgern sich, ihnen werde eine lieb gewordene Adresse – sie wurde schon über zehn Jahre genutzt – einfach so weggenommen. Für viele kommt die Aufhebung des Maildienstes zudem einem Identitätsverlust gleich.

«In dieser Situation kann die Regierung des Cantons Baden ihre Bürger nicht hängen lassen», heisst es in einer Mitteilung der Spanischbrödlizunft Baden. Der Brödlirat habe eine Ersatzlösung erarbeitet. Mit der Mailadresse «@cantonbaden.ch» können Badener Mails in die ganze Welt schicken.

Die «@cantonbaden.ch»-Mailadressen sind kostenlos. Einzige Voraussetzung: Sie wird nur Vereinsmitglieder der Spanischbrödlizunft abgeben. «Klar erhoffen wir uns dadurch auch einen Mitgliederzuwachs, doch das steht ganz klar nicht im Vordergrund», präzisiert Schmid. Er glaube nicht, dass der heute 400 Mitglieder zählende Verein jetzt auf einen Schlag um 1950 Mitglieder – so viele «@baden.ch»-Mailadressennutzer gab es – ansteigen werde. «Im Moment haben wir auch noch nicht über eine obere Nutzer-Limite nachgedacht», so Schmid. Aber klar werde man sich darüber Gedanken machen müssen, wenn die Nachfrage nun doch unerwartet hoch ausfallen würde. Die Mailadressen werden über die bestehende Domain der Zunft geführt. «Ich bin überzeugt, dass Badener mit dieser Mailadresse ihren Stolz und ihre Identität in die Welt hinaustragen können», so Schmid.

Kritik am Entscheid der Stadt, die «@baden.ch»-Adressan für Private abzuschalten, möchte Schmid nicht üben. «Nein, von einem Fehlentscheid kann sicher nicht gesprochen werden; es gab gute Gründe für die Abschaltung.» Gleichwohl sei es natürlich schade und er könne den Ärger der Nutzer auch nachvollziehen. «Mit der neuen Adresse haben wir wieder einmal bewiesen, dass die Zunft zur Stelle ist, wenn es in Baden brennt», sagt Schmid lachend.

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