Dabei werden knapp 70 Vereine mit ihren Beizen dafür sorgen, dass die Festbesucher auf ihre kulinarischen und kulturellen Kosten kommen. Brisant: Ausgerechnet die aus der Stadt Baden nicht wegzudenkende Spanischbrödlizunft wird am Fest fehlen. Wie konnte das passieren?

«Wir haben uns früh entschieden, nicht während des ganzen zehntägigen Stadtfestes präsent zu sein, sondern stattdessen an den zwei Fest-Sonntagen einen speziellen Anlass anzubieten», sagt Brödlimeister Bernhard Schmid. Spezieller Anlass? Schmid erklärt: «Wir wollten römische Wagenrennen veranstalten, bei denen Mannschaften mit römischen Streitwagen gegeneinander angetreten wären.» Dazu hätte die Zunft ein Rahmenprogramm mit Wettbüro, Spanferkel und Wein aus Amphoren auf die Beine gestellt.

Doch daraus wird nun nichts.«Erst wollten wir die Rennen auf der Bahnhofstrasse zwischen Restaurant Isebähnli und Stadtturm durchführen», sagt Schmid. Leider habe sich dann gezeigt, dass dies gar nicht möglich ist, da dort viele Beizen stehen werden. Das OK erteilte dem Projekt eine Absage. Auch die Ausweichstrecke zwischen Schlossbergplatz und McDonald’s erwies sich als ungeeignet. «Wir hegen keinen Groll gegen das OK und sehen ein, dass es herausfordernd gewesen wäre, die Events durchzuführen», sagt Schmid. Er sei einzig der Meinung, das OK habe etwas gar schnell Nein gesagt. In der Folge gedieh in der Zunft die Idee, während des Stadtfestes im Stadtturm ein Hotel zu betreiben. «Wir mussten aber einsehen, dass dieses Unterfangen zu wenig Besuchern zur Verfügung gestanden hätte», so Schmid. Zu guter Letzt unterbreitete das OK der Zunft das Angebot, die Beiz auf dem Theaterplatz zu betreiben – ohne Erfolg. «Irgendwie war das Feuer einfach nicht mehr da. Wir hätten auch nicht in diese Beiz gepasst; wir wollten etwas Eigenes auf die Beine stellen», sagt Schmid.

Somit steht fest: Das Stadtfest findet ohne Spanischbrödlizunft statt. «Selbstverständlich bedauert auch das OK, dass die Zunft am Stadtfest keine aktive Rolle spielt», sagt Marc Périllard, Co-Präsident des Stadtfest-OKs. «Wir haben uns sehr intensiv mit den Vorschlägen der Zunft beschäftigt.» Am Ende sei man aber zum Schluss gekommen, dass die geplanten zwei Veranstaltungen einfach zu viel Platz beansprucht hätten. Zum Vorwurf, das OK habe zu schnell Nein gesagt und keine andere Lösung präsentiert, entgegnet Périllard: «Es ist und kann nicht die Aufgabe des OKs sein, für Vereine Einzellösungen zu suchen.» Immerhin habe man der Zunft ja die Möglichkeit offeriert, auf dem Theaterplatz eine Beiz zu betreiben, was die Zunft aber abgelehnt habe, sagt Périllard.

Derweil gibt Schmid unumwunden zu, «dass es mich angurkt, dass wir nicht dabei sind». Dies umso mehr, als die Zunft der Stadt etwas hätte zurückgeben wollen. «Mit unserem Projekt wollten wir kein Geld machen.» Im Gegenteil: Von der letzten Badenfahrt sei ein Gewinn übrig geblieben, den die Zunft in das «Römer-Projekt» hätte investieren wollen. Schmid bedauert das gescheiterte Projekt auch deshalb, «weil ein solches Fest am meisten Spass macht, wenn man sich aktiv daran beteiligt».